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US-Raumfahrtunternehmen SpaceX gelingt erstmals Wiederauffangen von Raketenstufe
Dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX ist erstmals das Wiederauffangen einer Raketenstufe gelungen. Nach einem knapp neunminütigen Testflug kehrte die erste Stufe der Mega-Rakete Starship am Sonntag kontrolliert zur Startrampe am Weltraumbahnhof Starbase im südtexanischen Boca Chica zurück, wie in einem Livestream des Unternehmens von Milliardär Elon Musk zu sehen war. Dort wurde sie von einem Paar mechanischer "Stäbchen"-Arme des Versorgungsturms wieder aufgefangen. Damit ist das Unternehmen seinem Ziel der Wiederverwendbarkeit von Raketen einen Schritt näher gerückt.
"Leute, das ist ein Tag für die Geschichtsbücher der Technik", sagte ein SpaceX-Sprecher in dem Video, nachdem die Rakete sicher wieder auf der Erde angekommen war. Mitarbeiter des Unternehmens brachen in Jubel aus. SpaceX-Gründer Musk postete im Onlinedienst X: "Der Turm hat die Rakete gefangen!!"
Der Start der Rakete war um 07.25 Uhr (Ortszeit, 14.25 Uhr MESZ) bei klarem Wetter im Süden des US-Bundesstaats Texas erfolgt. Während die Trägerrakete zum Boden zurückkehrte, setzte die zweite Stufe ihren Flug zunächst fort. Sie sollte später im Indischen Ozean landen.
Das Starship-Raketensystem besteht aus einer 70 Meter hohen ersten Antriebsstufe namens Super Heavy und einer 50 Meter langen Raumfähre namens Starship mit zusätzlichen Antrieben. Mit ihren mehr als 120 Metern ist die Rakete größer als die Freiheitsstatue. Das Unternehmen SpaceX verfolgt mit Starship das Ziel, eine vollständig wiederverwendbare Rakete für anspruchsvolle Raumfahrtmissionen zu bauen. Dadurch sollen diese kostengünstiger werden.
Ingenieure hätten "Jahre mit der Vorbereitung und monatelangen Tests" für den Wiederauffangversuch der ersten Raketenstufe verbracht, erklärte das Unternehmen. Techniker hätten dabei zehntausende Stunden in den Aufbau der Infrastruktur gesteckt, um die Erfolgschancen zu maximieren.
Beim letzten Testflug einer Starship-Rakete im Juni war erstmals erfolgreich eine Landung im Wasser gelungen. Unternehmens-Chef Musk will mit seiner Mega-Rakete eines Tages Menschen zum Mars bringen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will Starship für ihre Mondlandemission Artemis 3 einsetzen, die für das Jahr 2026 geplant ist.
Trotz seiner Pionierarbeit ist das 2002 gegründete Unternehmen SpaceX nicht unumstritten. So sieht es sich immer wieder mit Vorwürfen der Umweltverschmutzung konfrontiert, insbesondere beim Start der Starship-Raketen. Beim Zünden der Triebwerke wird jedes Mal eine große Menge an Wasser ausgeschüttet, um die Schallwellen zu dämpfen und die Vibration zu begrenzen. Das System war hinzugefügt worden, nachdem beim ersten Testflug im April 2023 ein Teil der Startrampe durch den Druck des Raketenstarts zerstört worden war.
Umweltverbände prangern zudem an, dass SpaceX Tierarten gefährde, da der Weltraumbahnhof im Süden von Texas direkt neben einem Schutzgebiet gebaut wurde.
SpaceX-Unternehmensgründer Musk gilt zudem als enger Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei der Wahl am 5. November. In der Vergangenheit war er auch immer wieder durch rechte Verschwörungstheorien aufgefallen.
T.Germann--VB