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Dudelsack-Party mit Wacklern: Schotten jubeln bei WM-Rückkehr
Angetrieben von der euphorischen "Tartan Army" haben Schottlands Fußballer bei ihrem WM-Comeback einen letztlich glücklichen Erfolg gefeiert. Den stimmungsvollen Auftakt gegen den beherzt kämpfenden Außenseiter Haiti gewannen die Bravehearts trotz wackliger Abwehr mit 1:0 (1:0) und versetzten Tausende mitgereiste Fans nach 28-jähriger Abstinenz in Partylaune.
Ein abgefälschter Schuss von John McGinn (29.) verdarb den leidgeprüften Haitianern vor 64.146 Zuschauern in Foxborough die Rückkehr auf die große Bühne - mehr als ein halbes Jahrhundert nach der WM-Premiere 1974.
Das Team aus dem krisengeplagten Karibikstaat, das aufgrund einer US-Einreisesperre ohne heimische Fans auskommen muss, trifft nun auf Brasilien. Schottland machte als Tabellenführer der Gruppe C einen großen Schritt zum Debüt in der K.-o.-Phase und darf gegen Marokko erneut im Football-Tempel der New England Patriots auf seine frenetischen Fans bauen.
Schon bei der schottischen Hymne vibrierte die Arena, in der auch Edelfan Rod Stewart mitfieberte. Nach Medienangaben hatten rund 30.000 Anhänger, viele davon in Schottenröcken und Trikots, Boston bereits in den vergangenen Tagen in eine Partyzone mit Dudelsackklängen verwandelt. Der Schlachtruf "No Scotland, no Party" schallte auch vor Anpfiff aus zahllosen knallgelben Schulbussen, die die Fans für die Fahrt ins Stadion gemietet hatten.
Mit diesem Rückenwind starteten die Schotten besser in die Partie, leisteten sich dann aber zunehmend nervöse Momente und ließen den auf Umschaltsituationen lauernden Gegner immer wieder gefährlich werden. Phasenweise ging es wild zu, Scott McTominay (17.) hatte bei seinem Pfostenschuss aus 15 Metern die schottische Führung auf dem Fuß.
Dann hatten die Haitianer großes Pech, als McGinns abgefälschter Nachschuss von Jean-Ricner Bellegarde unhaltbar abgefälscht wurde. Trotz der Führung im Rücken blieben die Schotten defensiv anfällig.
Der Underdog aus Haiti, bei dem Josué Duverger vom Oberligisten FC Kosmos Koblenz als Ersatzkeeper auf der Bank saß, antwortete mit der nächsten Druckphase. Doch die Schotten überstanden auch diese, über ein Remis zur Halbzeit hätte sich der Favorit nicht beschweren können.
Die Ansprache des schottischen Nationalcoachs Steve Clarke schien zu fruchten, nach der Pause wirkte sein Team stabiler. Die Begegnung verlor auch spürbar an Tempo; aber gegen Ende drehte Haiti nochmal auf. Doch nachdem McGinn (73.) eine gute Chance zum zweiten Treffer ausließ, verpasste Haitis Wilson Isidor (74.) nur haarscharf den Ausgleich. In der Schlussphase köpfte Frantzdy Pierrot (85.) knapp daneben.
P.Staeheli--VB