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Belastung: Gündogan prophezeit WM der Joker
Ilkay Gündogan erwartet angesichts der gestiegenen Belastung für Fußballer im Zeitalter der zusätzlichen oder aufgeblähten Wettbewerbe wie der XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada ein Turnier der Joker. "Ich denke, dass bei dieser WM die Bankspieler so wichtig sein werden wie selten zuvor", sagte der frühere DFB-Kapitän der Süddeutschen Zeitung.
"Ich rechne mit vielen auch frühen Auswechslungen und Rotationen, selbst bei Mannschaften, die erfolgreich unterwegs sind", ergänzte der Profi von Galatasaray und betonte: "Vielleicht müssen auch die Vereine immer mehr darüber nachdenken, noch mehr in die Breite zu investieren statt immer nur in die absolute Spitzenklasse." Dann aber sollten Trainer nicht sofort scharf kritisiert werden, "weil man vielleicht mal nur Unentschieden gespielt hat, weil der Topstürmer nach zehn Spielen in Serie einmal auf der Bank saß", meinte er.
Gündogan erwartet überdies, "dass sich die Dauerbelastung qualitativ bemerkbar machen wird" bei der Mammut-Endrunde. "Vielleicht", mutmaßte der 35-Jährige, "wird am Ende die Mannschaft Weltmeister, die am besten mit ihren Kräften umgeht."
Bei der WM in Katar sei das noch etwas anders gewesen. Die Spieler, so hat es Gündogan 2022 selbst erlebt, hätten damals "extrem fit gewirkt. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass dieses Turnier im europäischen Herbst stattgefunden hat, mitten im Ligabetrieb. Die Spieler waren noch voll im Saft und nicht müde am Ende einer langen Saison" wie das jetzt der Fall sei.
Abhilfe erwartet Gündogan für künftige Turniere nicht. "Es wird auch weiterhin eher mehr Spiele geben als weniger, man kann sich ja kaum vorstellen, dass Wettbewerbe wieder abgeschafft werden."
P.Staeheli--VB