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Trotz Neuer-Patzern: Bayern kämpfen sich ins Halbfinale
Verrückt, episch - magisch! Der FC Bayern hat sich in einer wilden Fußball-Schlacht mit offenem Visier und trotz zweier grober Fehler von Hinspiel-Held Manuel Neuer ins Halbfinale der Champions League gekämpft. Die Münchner rangen Rekordsieger Real Madrid in einem turbulenten Schlagabtausch ein 4:3 (2:3) ab und fordern im nächsten Gigantenduell Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Die Partien finden am 28. April und 6. Mai statt, das zweite in der Allianz Arena.
Die Königlichen hatten das 1:2 aus dem Hinspiel zur Pause nach Toren von Arda Güler (1., 29.), beide nach Neuer-Patzern, und Superstar Kylian Mbappé (42.) wettgemacht. Die Bayern hielten durch Aleksandar Pavlovic (6.) und das 50. Saisontor von Harry Kane (38.) dagegen. Eduardo Camavinga (86.) sah bei Real Gelb-Rot, dann schossen Luis Díaz (89.) und Michael Olise (90.+4) München in die Runde der letzten Vier.
In Paris muss der deutsche Rekordmeister allerdings auf Vincent Kompany verzichten. Der Trainer sah Gelb und ist gesperrt.
In der Arena knisterte es schon lange vor Anpfiff. Ehe all die Prominenz wie Bundestrainer Julian Nagelsmann ihre Plätze eingenommen hatte, war die Südkurve voll besetzt - und laut! "Alles in unserer Hand!", stand unter der riesigen Choreo, die zu sehen war, als die Stars den Platz betraten. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen schwärmte: "Das ist eine Nacht, für die wir alle arbeiten. Das ist Hochgenuss!"
Spielerisch untermauern sollte dies dieselbe Startelf, die schon das Bernabéu gestürmt hatte: Weil Serge Gnabry seine Knieblessur auskuriert hatte, blieb Jamal Musiala nur die Bank. Tom Bischof fehlte kurzfristig wegen eines Faserrisses in der Wade.
Im Blickpunkt stand wie in Madrid sofort: Neuer. Hatte der Kapitän in der Vorwoche noch mit Paraden geglänzt, unterlief ihm diesmal ein schwerer Fehler, als er den Ball unter Bedrängnis in den rechten Halbraum spielte - zu Güler, der ihn gedankenschnell aus knapp 35 Metern übertölpelte.
Ein dicker Torwartpatzer auf der anderen Seite brachte den schnellen Ausgleich. Andrij Lunin, der den verletzten Weltklasse-Mann Thibaut Courtois vertrat, segelte an einer Ecke vorbei - Pavlovic köpfte aus kurzer Distanz ein.
Madrid, erstmals in der Champions League ohne Spanier in der Startelf, lauerte auf Umschaltmomente. Die Bayern wussten mit dem Plus an Ballbesitz wenig anzufangen, zu schlampig war das Passspiel. Joshua Kimmich (27.) vergab eine seltene Gelegenheit.
Vor dem 1:2 kam Konrad Laimer gegen Brahim Díaz einen Tick zu spät, der Marokkaner fiel bereitwillig. Gülers Freistoß aus gut 20 Metern schlug rechts oben ein. Neuer hatte einen Arm dran, wirkte aber seltsam unbeweglich.
Vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Erst bereitete Abwehrchef Dayot Upamecano mit einer Energieleistung Kanes 2:2 vor, dann traf Vinicius (41.) die Latte. Doch damit nicht genug: Beim nächsten Gegenstoß legte der Brasilianer perfekt für Mbappé auf. Kompany beschwerte sich, dass in der Entstehung ein Foul von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic ungeahndet blieb, und sah Gelb.
Stanisic wurde mit dem Seitenwechsel von Alphonso Davies abgelöst, der sich umgehend als Vorbereiter für Díaz (46.) in Szene setzte. Dessen abgefälschter Schuss ging knapp vorbei. Auf der anderen Seite rettete Neuer stark gegen Mbappé (55.).
Die Hausherren drängten auf das 3:3, nach einer Stunde auch mit Jamal Musiala. Immer wieder aber schlichen sich Fehler ins Spiel, die Reals Kontertaktik bedienten. Doch die Bayern steckten nicht auf, ein abgefälschter Schuss ins Glück von Díaz brachte den viel umjubelten dritten Ausgleich.
L.Stucki--VB