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Undav rettet DFB-Team: Später Sieg gegen Ghana
Joker Deniz Undav hat bei seinem Heimspiel im Stuttgarter Regen spät doch noch das WM-Feuer entfacht. Dank des Treffers des VfB-Publikumslieblings mühte sich die DFB-Auswahl gegen ein harmloses Ghana zu einem 2:1 (1:0), trotz des siebten Sieges in Serie offenbarte das DFB-Team 43 Tage vor der Nominierung des Kaders noch Luft nach oben.
Kai Havertz (45.+3, Handelfmeter nach Videobeweis) erlöste den viermaligen Weltmeister nach anfänglichem Chancenwucher und zwischenzeitlichem Durchhänger gegen den doch sehr limitierten Gegner aus Afrika, der vor drei Tagen noch eine 1:5-Klatsche gegen Österreich kassiert hatte und nun insgesamt die vierte Partie in Serie verlor. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Abdul Fatawu Issahaku (70.) gelang Undav (88.) der Siegtreffer. Dennoch gibt es bis zur ersten WM-Partie in 76 Tagen noch Steigerungsbedarf.
Für die DFB-Elf war es das letzte Länderspiel, bevor Nagelsmann am 12. Mai seinen WM-Kader nominiert. Am 31. Mai verabschiedet sich das Team mit einem Test gegen Finnland aus der Heimat, ehe in Chicago am 6. Juni die Generalprobe gegen den Gastgeber USA ansteht. Im Anschluss bezieht die Mannschaft ihr Quartier in Winston-Salem/North Carolina, nach dem Auftakt gegen Curaçao am 14. Juni geht es in der Gruppenphase noch gegen die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) und Ecuador.
Drei Tage nach dem 4:3 in der Schweiz mit einem zauberhaften Florian Wirtz richteten sich viele Blicke auf die zuletzt wacklige deutsche Defensive. "Generell ist ein Zu-Null immer schön und gut", gab Nagelsmann als Marschroute aus: "Aber am Ende erwarte ich, dass wir gewinnen." Hierfür brachte der Bundestrainer vier frische Kräfte, er schickte Torhüter Alexander Nübel, Linksverteidiger Nathaniel Brown sowie Pascal Groß und Nick Woltemade neu in die Anfangsformation. Leroy Sané und Leon Goretzka blieben vorerst draußen.
Deutschland legte sehr druckvoll und variabel los, nach toller Kombination über Wirtz und Kai Havertz schoss allerdings Woltemade freistehend Zentimeter am langen Eck vorbei (4.). Kurz darauf hatte Ghana Glück, dass der Wolfsburger Jonas Adjetey bei einem Foul an Havertz als letzter Mann nur Gelb sah (5.). Den anschließenden Freistoß setzte Wirtz vor 52.723 Zuschauern im ausverkauften Stuttgarter Stadion an den Außenpfosten (6.).
Im eigenen Ballbesitz zogen die Außenverteidiger Joshua Kimmich und der gute Startelf-Debütant Brown immer wieder nach innen, die offensiv komplett harmlose Elf von Otto Addo wirkte überfordert. Die Führung schien angesichts des Dauerdrucks und des immer wieder zuschnappenden Gegenpressings eine Frage der Zeit zu sein, bei einsetzendem Regen schlichen sich dann aber zahlreiche Ungenauigkeiten ein.
Die Fans forderten nach rund einer halben Stunde lautstark Deniz Undav, der erhob sich von der Bank und winkte ins Publikum. Nach einem Schuss von Angelo Stiller gab Schiedsrichter Stuart Atwell nach Handspiel von Adjetey einen Elfmeter nach Videobeweis - 632 Tage zu spät. 2024 hatte er im EM-Viertelfinale gegen Spanien beim legendären Handspiel von Marc Cucurella als Videoassistent nicht eingegriffen, diesmal nutzte Havertz die Chance vom Punkt eiskalt.
Zur Pause warf Nagelsmann die Wechselmaschine an, er brachte den geforderten Undav, Lennart Karl und Antonio Rüdiger. Ähnlich wie im ersten Durchgang legte Deutschland wieder furios los, Woltemade köpfte nach einer Karl-Flanke an die Latte (53.). Nach einem weiteren Vierfachwechsel entstand auch in der bis dahin sattelfesten Defensive Unordnung. Die eingewechselten Vagnoman und David Raum sahen beim Ausgleich von Issahaku schlecht aus.
Die deutsche Mannschaft mühte sich um eine Antwort. Karl vergab eine gute Chance (86.), ehe Undav eine Kopfballablage von Leroy Sané verwertete.
O.Schlaepfer--VB