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Finaldrama gegen Kanada: USA triumphieren im ewigen Gold-Duell
Die Eishockey-Frauen der USA haben ihrem Erzrivalen Kanada im ewigen Finalduell auf dramatische Art die Goldmedaille entrissen und sich zum dritten Mal zum Olympiasieger gekrönt. Altstar Hilary Knight rettete ihr Team im aufgeheizten und schwer umkämpften Endspiel von Mailand spät in die Verlängerung, in dieser gelang Megan Keller der goldene Treffer zum 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0).
Idol Knight (58.) glich 124 Sekunden vor dem Ende die Führung der Kanadierinnen durch Kristin O'Neill (21.) aus. In der Overtime waren beide Mannschaften dem Siegtreffer nah, ehe Verteidigerin Keller zum viel umjubelten siebten Sieg nacheinander gegen die Ahornblätter traf.
Die USA nahmen damit erfolgreich Revanche für das verlorene Endspiel vor vier Jahren in Peking (2:3). Zuvor hatte das Team USA bei der Premiere des olympischen Frauen-Turniers 1998 in Nagano und 2018 in Pyeongchang triumphiert.
Das Duell in der Mailänder Arena Santagulia war bereits das 30. Finalduell dieser Länder bei Olympia und Weltmeisterschaften. Nur bei Olympia 2006, als Kanada gegen Schweden gewann, und bei der WM 2019, als die USA im Finale die Finninnen besiegten, hieß das Duell um Gold nicht Kanada gegen USA.
Zugleich trafen letztmals die großen Idole ihrer Nationen bei Winterspielen aufeinander. Für die 36-jährige Knight, die einen Tag vor dem Finale ihrer Partnerin Brittany Bowe einen Antrag gemacht hatte, war es das letzte Spiel bei Olympia. Ob Marie-Philip Poulin, mit 27 Einsätzen nun Rekordspielerin Kanadas und mit 20 Treffern die erfolgreichste Torschützin der Olympia-Geschichte, weitermacht, ließ die 34-Jährige offen.
Im fünften direkten Duell um Gold behielt nun zum zweiten Mal Knight die Oberhand. 2010, 2014 und 2022 hatte die "Captain Clutch" genannte Poulin jeweils den Siegtreffer erzielt.
"So etwas gibt es kein zweites Mal: Wir hassen uns auf die respektvollste Art und Weise", hatte Knights Sturmpartnerin Laila Edwards vor dem Finale gesagt. Die USA wirkten vor den Augen von US-Football-Ikone Tom Brady etwas gehemmt. Die Kanadierinnen, die im Viertelfinale das deutsche Team mit 5:1 ausgeschaltet hatten, waren dem Treffer im ersten Drittel näher.
Dieser fiel zum Start des Mittelabschnitts nach einem Konter in Unterzahl. Es war der erste Gegentreffer der USA nach über sechs Stunden, auch beim 5:0-Kantersieg gegen Kanada in der Vorrunde, bei dem Poulin gefehlt hatte, war Knight und Co. ein Shutout gelungen. Die USA drängten in der Schlussphase vehement, Knight fälschte entscheidend zum Ausgleich ab - ihr 15. Olympia-Tor, US-Rekord.
Bronze sicherte sich die Schweiz mit einem 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0 nach Verlängerung gegen Schweden. Zur Medaillenheldin avancierte erneut Alina Müller, die 51 Sekunden vor dem Ende der Overtime stach. Die Angreiferin, in der Professional Women's Hockey League Teamkollegin von Knight und der Deutschen Laura Kluge bei Boston Fleet, hatte bereits 2014 in Sotschi im Alter von 15 Jahren im Spiel um Platz drei gegen die Schwedinnen entscheidend getroffen.
F.Mueller--VB