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Erste olympische Esports-Spiele 2027 in Riad
Die ersten olympischen Esports-Spiele finden 2027 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad statt. Das gab das Internationale Olympische Komitee am Dienstag bekannt. Im vergangenen Sommer hatte das IOC auf seiner 142. Session vor den Sommerspielen in Paris die Einführung von Esports-Spielen beschlossen, ursprünglich sollte die erste Auflage bereits 2025 stattfinden.
Die Vereinbarung mit Saudi-Arabien gilt für zwölf Jahre, wie oft und in welchem Rhythmus das Event dort ausgetragen wird, steht nicht fest. Dafür teilte das IOC mit, dass es eine Partnerschaft mit der Esports World Cup Foundation eingeht, die 2024 erstmals einen Esports Weltcup ausgerichtet hat. Die "Nonprofit" Organisation wird vom saudischen Staatsfond PIF finanziert.
IOC-Präsident Thomas Bach freute sich, in seinem letzten Amtsjahr die Nachricht zu verkünden. "Es gibt jetzt einen sehr klaren Fahrplan für die historischen ersten olympischen Esports-Spiele", sagte Bach. Mit diesem Fahrplan würden die Spiele "Realität", fügte er hinzu und lobte die Partnerschaft zwischen dem IOC und dem Olympischen und Paralympischen Komitee Saudi-Arabiens SOPC.
In welchen Spielen bei der Premiere Medaillen vergeben werden, ist allerdings noch immer nicht klar. Auch einen genauen Termin für das Jahr 2027 teilte das IOC nicht mit. Für die Auswahl der Spiele und die Ausrichtung soll eine Kommission mit jeweils drei Mitgliedern des IOC und drei vom SOPC sorgen. Als Vorsitzenden entsendet das IOC sein 75 Jahre altes Mitglied Ng Ser Miang aus Singapur, dessen Stellvertreter wird Prinz Abdulaziz bin Turki Al Faisal, Sportminister von Saudi-Arabien.
Akzeptierte Ausprägungen von Esports sind für das IOC virtuelle Sportarten sowie Sportsimulationen und Esports-Titel, die "den olympischen Werten" entsprechen. "Gemeinsam mit dem IOC gibt es echte Dynamik, Einigkeit und Klarheit auf dem Weg nach vorn, wobei der Fokus nun auf der Umsetzung liegt", sagte Al Faisal: "Saudi-Arabien freut sich bereits darauf, die Welt willkommen zu heißen und seinen Teil dazu beizutragen, dass die Träume so vieler Esports-Athleten wahr werden."
In Saudi-Arabien (knapp 37 Millionen Einwohner) soll es laut Angaben des Nationalen Olympischen Komitees mehr als 23 Millionen Gamer geben, die Hälfte seien Frauen. Das Königreich hat Esports als einen Wachstumsmarkt definiert. Die Partnerschaft mit dem IOC soll jedoch nicht beim digitalen Sport enden.
Längst interessiert sich Saudi-Arabien auch für die Olympischen Sommerspiele, eine Ausrichtung würde perfekt in die Strategie passen. Für 2034 hat sich Saudi-Arabien die Fußball-WM gesichert, auch in anderen Sportarten wie Golf, der Formel 1, Boxen oder Tennis mischt das Land dank der schier unendlichen finanziellen Möglichkeiten des Staatsfonds mit.
M.Schneider--VB