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Junge Union und Merz streiten über Rente und Kurs der CDU
Beim Deutschlandtag der Jungen Union stand Bundeskanzler Friedrich Merz unter Erwartungsdruck. Er bekräftigte die Umsetzung der Rentenkommissionsvorschläge, ließ aber nach Ansicht von Kritikern zentrale gesellschaftliche Fragen offen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Deutschlandtag der Jungen Union versucht, das Verhältnis zum CDU-Nachwuchs nach dem Streit über die Rentenpolitik zu stabilisieren. Viele Delegierte hatten eine klare Antwort auf ihre Forderungen und eine strategische Orientierung für die angeschlagene Partei erwartet.
Merz sagte, er wolle die Vorschläge der Rentenkommission in der vorliegenden Form umsetzen. Ob er dafür in Regierung und Parlament ausreichende Unterstützung organisieren kann, blieb jedoch offen. Die Junge Union hatte ihm im vergangenen Jahr vorgeworfen, ihre Interessen in der Rentendebatte nicht ausreichend zu berücksichtigen.
In einer Skizze für Deutschland im Jahr 2040 stellte Merz individuelle Freiheit, Arbeit und Wohneigentum in den Mittelpunkt. Der JU-Vorsitzende Johannes Winkel beschrieb seinerseits die politische Mitte und grenzte die Union sowohl von Rechtsextremen als auch von der Linkspartei ab.
Kritik entzündete sich daran, dass in den Reden Vermögensungleichheit, Klimawandel und die Ursachen sinkenden Vertrauens in demokratische Institutionen kaum vorkamen. Die Junge Union setzt demgegenüber auf Technologieoffenheit beim Klimaschutz, Begrenzung von Sozialausgaben und eine geringere Belastung jüngerer Generationen durch die Alterssicherung.
Die Debatte zeigt einen grundlegenden Konflikt innerhalb der Union: Der Parteinachwuchs verlangt einen klar konservativen Kurs, während Merz als Kanzler Kompromisse durchsetzen muss. Zugleich steht die CDU angesichts sinkender Zustimmungswerte unter Druck, ein breiteres gesellschaftliches Angebot zu formulieren.
K.Sutter--VB