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Tarifabschluss für Ärzte an Universitätskliniken: 5,4 Prozent mehr in zwei Stufen
Ärztinnen und Ärzte an deutschen Universitätskliniken erhalten mehr Geld. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder einigten sich nach Angaben vom Mittwoch auf einen Tarifabschluss. Er sieht eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten um insgesamt 5,4 Prozent vor, hat eine Laufzeit von 28 Monaten und gilt bis zum 31. Juli 2028.
Die Einigung erfolgte am Dienstag in der dritten Verhandlungsrunde. Den Angaben zufolge steigen die Gehälter der im Bereich der sogenannten TV-Ärzte tätigen Mediziner an Universitätskrankenhäusern zunächst rückwirkend zum 1. April um 2,95 Prozent, zum 1. September 2027 folgt eine zweite Gehaltserhöhung um 2,45 Prozent. Außerdem verpflichteten sich die Arbeitgeber, ab Juni 2027 mit dem Marburger Bund über eine strukturelle Weiterentwicklung des Gesamttarifrechts zu verhandeln.
Nach Angaben des Marburger Bunds gilt die Einigung für etwa 25.000 Ärzte an landeseigenen Universitätskliniken, für welche die TV-Ärzte gilt. Die Universitätskliniken in Hessen sowie in den Städten Berlin, Hamburg und Mainz gehören demnach nicht dazu. Dort gelten abweichende Regelungen. Der Tarifabschluss steht noch unter dem Vorbehalt einer abschließenden Zustimmung der Gremien beider Seiten, es gilt eine Frist bis 6. Juli.
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) sprach als Verhandlungsführerin der Ländertarifgemeinschaft von einem "guten Kompromiss". Er gebe den Universitätskliniken "in wirtschaftlich unsicheren und schwierigen Zeiten Planungssicherheit, erklärte sie.
Nach Angaben des zweiten Vorsitzenden des Marburger Bunds, Andreas Botzlar, war aus Gewerkschaftssicht eine Einigung auf eine spürbare erste Erhöhung zu Beginn der Laufzeit "entscheidend". Ansonsten hätten die Ärztinnen und Ärzte die spätere hohe Gehaltssteigerung letztlich durch anfänglichen Verzicht letztlich selbst bezahlt, teilte er mit.
R.Fischer--VB