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Israel ruft alle Bewohner der libanesischen Stadt Tyrus zur Evakuierung auf
Die israelische Armee hat alle Bewohner der libanesischen Stadt Tyrus und ihrer Umgebung vor bevorstehenden Angriffen gewarnt und zur Evakuierung aufgerufen. "Dringende Warnung an die Bewohner von Tyrus, eingeschlossen des christlichen Viertels und der Flüchtlingslager und umliegender Nachbarschaften", schrieb der israelische Militärsprecher Avichaj Adraee am Dienstag im Onlinedienst X. "Zu Ihrer eigenen Sicherheit fordern wir Sie auf, unverzüglich ihre Häuser zu verlassen." Die Menschen sollten sich in Gebiete nördlich des Sahrani-Flusses begeben, hieß es weiter.
Israel hatte das im Süden des Libanon gelegene Tyrus in den vergangenen Monaten wiederholt beschossen und dies mit Angriffen auf Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz begründet. Erstmalig wurden nun nicht die Bewohner einzelner Viertel, sondern der ganzen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. Bislang war das christliche Viertel in der Altstadt, wo viele vertrieben Menschen Zuflucht gefunden hatten, von Evakuierungsaufrufen und Angriffen ausgenommen worden.
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP beobachtete am Dienstag, wie die Bewohner aus dem christlichen Viertel flohen. Auf den Ausfallstraßen Richtung Norden herrschte dichter Verkehr. Der Sahrani-Fluss liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Tyrus. Im vergangenen Monat hatte die israelische Armee alle Gebiete südlich des Flusses zur Kampfzone erklärt.
Eigentlich gilt im Libanon bereits seit dem 17. April eine Feuerpause. Israel und die von Teheran unterstützte Hisbollah greifen sich dessen ungeachtet weiter täglich an. Der Iran hatte am Montag damit gedroht, Israel abermals anzugreifen, sollte es den Libanon weiter beschießen.
Der Libanon, von dessen Boden aus die Hisbollah aktiv ist, war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
K.Sutter--VB