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Dutzende Festnahmen bei Demonstrationen zum 1. Mai in Istanbul
Die türkische Polizei hat bei Demonstrationen zum 1. Mai Dutzende Menschen in Istanbul festgenommen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, wurden insbesondere Demonstrationsgruppen in zwei verschiedenen Vierteln auf der europäischen Seite der Bosporus-Metropole ins Visier genommen. Sie wollten zum symbolträchtigen Taksim-Platz ziehen, wo in der Vergangenheit verschiedene regierungskritische Proteste stattgefunden haben und der in der Nacht vollständig abgeriegelt wurde. Örtliche Medien, darunter die oppositionelle Website Bir Gün, meldeten mindestens 57 Festnahmen.
Es wurden Metallbarrieren errichtet, um einen Bereich rund um die zentralen Stadtteile der Metropole abzuriegeln. Außerdem wurde ein großes Polizeiaufgebot eingesetzt.
Im Viertel Mecidiyeköy versammelten sich Aktivisten einer marxistischen Partei, die unter Rufen wie "USA Mörder, AKP Komplize" zum Taksim-Platz marschieren wollten. Die AKP ist die Regierungspartei in der Türkei. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Aktivisten ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Im Viertel Besiktas griffen die Beamten ebenfalls ein, dabei wurden Demonstranten zu Boden geworfen.
Gewerkschaften und Verbände hatten zu den Kundgebungen aufgerufen. Bereits seit Beginn der Woche hatten die türkischen Behörden im Vorfeld des 1. Mai mehrere Dutzend Menschen festgenommen, darunter Journalisten und Oppositionelle.
K.Hofmann--VB