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ZDF-Intendant Himmler wiedergewählt - Maßnahmenkatalog nach Kritik wegen KI-Video
Der ZDF-Fernsehrat hat Norbert Himmler als Intendanten des Senders wiedergewählt. Der 55-Jährige erhielt bei der Sitzung des Gremiums am Freitag in Mainz im ersten Wahlgang 48 von 53 Stimmen, es gab zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen. Himmler war der einzige Kandidat. Ursprünglich hatte sich noch die Journalistin Floria Fee-Fassihi beworben, die ihre Kandidatur aber zurückzog.
Fünf weitere Bewerberinnen und Bewerber erfüllten formale Kriterien nicht. Bei der vergangenen Wahl im Juli 2021 hatte Himmler drei Wahlgänge gebraucht, um gewählt zu werden. Er trat dabei gegen die damalige Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, an. Der Intendant oder die Intendantin wird vom Fernsehrat für fünf Jahre gewählt.
Himmler ist seit 1997 für das ZDF tätig. Er arbeitete unter anderem für den "Länderspiegel" und in der Planungsredaktion. 2008 wurde ihm die Leitung der Hauptredaktion Spielfilm übertragen. Ein Jahr später leitete er zudem den damals neuen Sender ZDFneo. Anschließend war er ZDF-Programmdirektor, bevor er 2021 zum Intendaten gewählt wurde. Himmlers zweite Amtszeit beginnt am 15. März 2027.
Das ZDF geriet zuletzt in die Kritik, weil im Februar in einem Beitrag des "heute journal" über die US-Einwanderungspolizei ICE eine von einer KI erzeugte Videosequenz zu sehen war, ohne dass dies gekennzeichnet war. Himmer stellte bei der Fernsehrats-Sitzung am Freitag einen Maßnahmenkatalog vor, um derartige Fehler künftig zu vermeiden.
So will die Chefredaktion das Wissen zu KI in den Redaktionen stärken und die Kompetenzen zur Verifikation von Foto und Videos ausbauen. Zudem sollen die Abnahmeprozesse angepasst und die Fehlerkultur gestärkt werden.
"Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine besondere redaktionelle und publizistische Verantwortung", erklärte Himmler am Freitag. "Wenn uns dabei – wie in diesem Fall – Fehler unterlaufen, müssen wir sie benennen, sie aufarbeiten und aus ihnen lernen."
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) gratulierte Himmler zur Wiederwahl. "Für das ZDF kommt es jetzt darauf an, den Blick nach vorn zu richten und Europas größte Sendeanstalt zukunftssicher aufzustellen", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Himmler müsse dafür sorgen, dass das ZDF ein guter Arbeitgeber bleibe.
T.Zimmermann--VB