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"Nicht lustig": Deutscher Satiriker löst in Grönland mit US-Fahne Empörung aus
"Das ist nicht lustig": Der deutsche Kabarettist Maxi Schafroth hat in der grönländischen Hauptstadt Nuuk große Verärgerung ausgelöst, weil er dort eine US-Flagge hissen wollte. Die Bürgermeisterin Avaaraq Olsen appellierte am Donnerstag an das Verantwortungsbewusstsein von Medienvertretern und anderen Kreativen und forderte: "Erst denken, dann handeln."
Der 41-jährige bayerische Satiriker hatte am Mittwoch mehrfach versucht, vor dem Kulturzentrum in Nuuk die US-Fahne zu hissen, bevor wütende Passanten ihn anschnauzten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Auf die Frage nach seiner Identität antwortete Schafroth demnach, ein US-Vertreter zu sein, bevor er sich vom Kulturzentrum entfernte. Örtlichen Medienberichten zufolge wurde Schafroth der Polizei gemeldet, die ein Bußgeld gegen ihn erließ.
Olsen, Bürgermeisterin des Verwaltungsbezirks Kommuneqarfik Sermersooq, zu dem Nuuk gehört, zeigte sich empört: "Eine Fahne im Kulturzentrum unserer Hauptstadt zu hissen, die Fahne der militärischen Supermacht, die seit Wochen angibt, dass sie gegen unser Land gewaltsam vorgehen könnte, ist kein Scherz. Das ist nicht lustig. Das ist extrem schädlich", kritisierte sie am Donnerstag.
"Sie sind hier Gäste. Das bedeutet Verantwortung", erklärte sei weiter. "Wenn Sie diese Ängste verstärken, um Inhalte, Klicks oder Gelächter zu provozieren, sind sie weder verwegen noch kreativ", fügte Olsen hinzu. Schafroth verstärke die Not einer ohnehin verletzlichen Bevölkerung.
Angesichts der wiederholten Drohnungen des US-Präsidenten Donald Trump, sich Grönland einzuverleiben, bemüht sich die grönländische Regierung darum, der Bevölkerung ihre Angst zu nehmen.
Der Konflikt um die Arktis-Insel drohte, die Nato zu spalten. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist. Inzwischen schloss Trump den Einsatz militärischer Gewalt aus und einigte sich nach eigenen Angaben bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos auf den Rahmen eines Grönland-Abkommens.
Maxi Schafroth arbeitet für die deutsche Satiresendung "Extra Drei" des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Der Sender bekundete in einer Mitteilung an das Magazin "Spiegel" und die dänische Nachrichtenagentur Ritzau sein Bedauern.
G.Haefliger--VB