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Türkei will im Falle eines US-Angriffs auf den Iran Grenzschutz ausbauen
Die Türkei will nach Angaben eines Regierungsvertreters im Falle eines US-Angriffs auf den Iran den Schutz ihrer Grenze zum Nachbarland verstärken. "Wenn die Vereinigten Staaten den Iran angreifen und das Regime fällt, plant die Türkei zusätzliche Maßnahmen zur Verstärkung der Grenzsicherheit", sagte ein ranghoher Vertreter der Regierung in Ankara am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.
Das Nato-Mitglied Türkei, das sich wiederholt gegen Militäreinsätze gegen die Islamische Republik ausgesprochen hat, teilt eine 530 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Die Grenze ist mit einer 380 Kilometer langen Mauer gesichert. "Doch das reicht nicht aus", sagte der türkische Regierungsvertreter. Als mögliche Maßnahmen nannte er weitere technische Sicherungssysteme oder die Verstärkung der Grenzschutztruppen.
Nach Angaben des türkischen Außenministeriums bietet sich Ankara als Vermittler im Konflikt zwischen Washington und Teheran an. Außenminister Hakan Fidan werde am Freitag seinen iranischen Kollegen Abbas Araghtschi empfangen und dabei die Bereitschaft der Türkei bekunden, "durch Dialog zur Lösung der aktuellen Spannungen beizutragen", verlautete aus dem Außenministerium in Ankara.
US-Präsident Donald Trump hatte der Führung im Iran am Mittwoch mit militärischer Gewalt gedroht, falls Teheran nicht über ein neues Atomabkommen verhandelt. "Die Zeit wird knapp," schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Der nächste Angriff wird viel schlimmer", fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu.
Washington hatte nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen. Bei dem brutalen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben von Aktivisten tausende Menschen getötet, zehntausende Menschen wurden festgenommen.
Vor wenigen Tagen hatte Trump die Verlegung einer "riesigen Flotte" der US-Armee in die Golfregion verkündet, die sich "für den Fall der Fälle" bereithalten solle. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" erreichte nach Angaben der US-Armee inzwischen die Region.
Damit befinden sich nunmehr zehn Kriegsschiffe der US-Marine in den Gewässern des Nahen und Mittleren Ostens: Darunter sind die drei Zerstörer, die die "USS Lincoln" begleiten, drei weitere Zerstörer und drei Schiffe zur küstennahen Gefechtsführung. Dies entspricht in etwa der Streitmacht, die sich vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar in der Karibik befand.
Militärexperten zufolge könnte das US-Militär gezielt Einrichtungen der iranischen Führung um das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei angreifen, um so einen Sturz der seit 1979 bestehenden Islamischen Republik zu begünstigen.
A.Ruegg--VB