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Französisch-russischer Gefangenenaustausch: Wissenschaftler zurück in Paris
Der wegen Spionagevorwürfen in Russland inhaftierte Franzose Laurent Vinatier ist im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigekommen und wieder in Frankreich. Der Wissenschaftler und frühere NGO-Mitarbeiter sei in Paris gelandet, hieß es am Donnerstag im französischen Außenministerium. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach dessen Angehörigen sein Mitgefühl aus und bedankte sich bei den Diplomaten, die sich für seine Freilassung eingesetzt hatten.
Zuvor hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB gemeldet, dass der in Frankreich inhaftierte russische Basketballspieler Daniil Kasatik freigelassen worden und in seine Heimat zurückgekehrt sei. Er sei gegen Vinatier "ausgetauscht" worden, hieß es in der von russischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung des FSB. Der russische Präsident Wladimir Putin habe Vinatier begnadigt.
Der FSB verbreitete zudem ein Video, auf dem zu sehen ist, wie der 49 Jahre alte Vinatier das Gefängnis verlässt und zu einem Flughafen gebracht wird. Dort steigt aus einem Flugzeug der Basketballer Kasatkin aus, der lächelnd seine Hand ausstreckt.
"Es ist eine riesige Erleichterung", sagte der Anwalt Frédéric Bélot, der sowohl die AngehörigenVinatiers als auch Kasatkin vertritt. Er verwies darauf, dass die Freilassung Vinatiers mit dem russisch-orthodoxen Weihnachtsfest zusammenfalle.
Im Dezember hatte der Kreml überraschend angekündigt, im Fall Vinatier einen "Vorschlag" unterbreitet zu haben.
Der NGO-Mitarbeiter Vinatier war im Juni 2024 in Russland festgenommen worden. Im Oktober wurde er zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt, weil er Informationen über das russische Militär gesammelt haben soll, ohne sich zuvor als "ausländischer Agent" angemeldet zu haben. Der mit einer Russin verheiratete Vinatier hatte vor Gericht erklärt, davon nichts gewusst zu haben.
Später erhoben die russischen Behörden weitere Vorwürfe gegen ihn, die mit bis zu 20 Jahren Haft hätten bestraft werden können.
Der Experte für Russland und ehemalige Sowjetstaaten arbeitet für die Schweizer Organisation Zentrum für Humanitären Dialog (HD), die sich für die Vermittlung in Konflikten jenseits der diplomatischen Kanäle einsetzt.
Kasatkin war seinerseits bei seiner Ankunft mit seiner Verlobten im Juni 2025 in Paris festgenommen worden. Er saß seitdem in Auslieferungshaft und sollte in die USA ausgeliefert werden. Diese werfen ihm vor, zu einem Hacker-Netz zu gehören, das zwischen 2020 und 2022 etwa 900 Unternehmen und Institutionen durch Schadsoftware angegriffen haben soll. Der Profi-Sportler hatte zeitweise in den USA gelebt. Er warf die Vorwürfe zurück.
In den vergangenen Jahren wurden in Russland mehrere ausländische Staatsbürger festgenommen. Westliche Staaten werfen Moskau vor, diese als Geiseln zu nehmen, um sie gegen im Westen inhaftierte Russen auszutauschen.
C.Koch--VB