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Neffe von Thailands Ex-Regierungchef Thaksin als Spitzenkandidat für Wahl im Februar nominiert
Inmitten des wiederaufgeflammten Grenzkonflikts mit Kambodscha hat die Partei des früheren thailändischen Regierungschefs Thaksin Shinawatra dessen Neffen zu ihrem Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten bei der bevorstehenden Parlamentswahl aufgestellt. Die Pheu-Thai-Partei nominierte am Dienstag Yodchanan Wongsawat zu ihrem Spitzenkandidaten bei der für den 8. Februar angesetzten Parlamentswahl. Der 46-Jährige Biomedizintechniker ist der Sohn von Ex-Regierungschef Somchai Wongsawat und Thaksins Schwester Yaowapa Wongsawat.
Yodchanan erklärte am Dienstag gegenüber Journalisten in Bangkok, dass seine Verbindung zu Thaksin den Vorteil einer einheitlichen Vision mit sich bringe. "Ich denke, das wäre ein Vorteil für uns als Partei", sagte er. Auf die Frage nach seiner Sicherheitspolitik inmitten des wiederaufgeflammten Grenzkonflikts mit Kambodscha sagte Yodchanan, diese sei "ganz einfach". "Die Souveränität hätte Priorität, und wir müssen unser Volk retten", beschrieb er seine Haltung dazu.
Der 76-jährige Ex-Regierungschef Thaksin verbüßt derzeit in Bangkok eine Haftstrafe wegen Korruption während seiner Amtszeit. Das einflussreiche Oberhaupt der Shinawatra-Familie hatte Thailand von 2001 bis zu einem Staatsstreich des Militärs im Jahr 2006 regiert. Kritiker hatten ihm vorgeworfen, auch aus seinem Exil, das er überwiegend in Dubai verbrachte, noch die Strippen in Thailand zu ziehen. Seine Schwester Yingluck Shinawatra wurde 2011 Regierungschefin, bevor sie 2014 ebenfalls gestürzt wurde.
Zuletzt stand Thaksins Tochter Paetongtarn Shinawatra an der Spitze der thailändischen Regierung. Sie wurde Ende August vom Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben. Sie hatte nach Überzeugung des Gerichts mit einem umstrittenen Telefonat mit Kambodschas früherem Regierungschef Hun Sen gegen "das Wohl des Landes" verstoßen. Zu ihrem Nachfolger wurde der rechtsgerichtete Bau-Magnat Anutin Charnvirakul gewählt. Die größte Oppositionskraft, die Volkspartei, stellte sich damals hinter Anutin und seine konservative Bhumjaithai-Partei. Sie knüpfte ihre Unterstützung allerdings an die Bedingung, dass das Parlament binnen vier Monaten aufgelöst wird und Neuwahlen stattfinden - eine Forderung, der Anutin am Freitag nachkam.
Die Ankündigung der Neuwahl erfolgte wenige Tage nach dem Wiederaufflammen von Thailands Grenzkonflikt mit Kambodscha: Seit Jahrzehnten schwelt ein Streit über die Grenzziehung im sogenannten Smaragd-Dreieck, wo die thailändische Provinz Surin und die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey sowie Laos aneinander grenzen.
Erst Ende Oktober hatten die beiden südostasiatischen Nachbarländer unter Vermittlung der USA ein Abkommen unterzeichnet, das einen langfristigen Frieden sichern sollte. Thailand setzte die Umsetzung des Friedensabkommens vor knapp einem Monat jedoch aus.
R.Braegger--VB