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Grünen-Kandidat Yilmaz gewinnt Oberbürgermeisterwahl in Kiel
Der Grünen-Politiker Samet Yilmaz ist neuer Oberbürgermeister der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Der 44-Jährige setzte sich am Sonntag in der Stichwahl mit 54,1 Prozent klar gegen den von CDU und FDP unterstützten Bewerber Gerrit Derkowski (parteilos) durch, wie die Stadt mitteilte. Auf Derkowski entfielen laut vorläufigem Ergebnis 45,9 Prozent. Im ersten Wahlgang vor drei Wochen hatte er noch vorn gelegen.
Die Grünen gewannen damit erstmals eine Oberbürgermeisterwahl in Kiel. Yilmaz wird Nachfolger von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) an, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder angetreten war. Er wechselt in die Landespolitik: Die SPD wählte Kämpfer kürzlich zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2027. Er soll zudem neuer Landesvorsitzender werden.
Aus der ersten Wahlrunde am 16. November waren Yilmaz und Derkowski als die beiden Bestplatzierten unter neun Bewerberinnen und Bewerbern hervorgegangen, hatten aber die für den direkten Sieg erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. Daraufhin kam es zur Stichwahl, die Wahlbeteiligung am Sonntag lag nach Stadtangaben bei 43,5 Prozent.
Yilmaz arbeitet bisher im schleswig-holsteinischen Innenministerium und ist darüber hinaus Ko-Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Kieler Ratsversammlung. Er ist gebürtiger Kieler.
Kiel hat 250.000 Einwohner. Die Universitätsstadt ist eine Hochburg der Grünen, die Partei stellt dort auch die größte Fraktion in der Ratsversammlung. Die Oberbürgermeisterwahlen gewannen bislang aber stets SPD und CDU. Die SPD hatte dabei in den vergangenen 16 Jahren die Nase vorn, die CDU stellte bisher letztmalig von 2003 bis 2009 mit Angelika Volquartz die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt.
Erster grüner Oberbürgermeister von Kiel ist Yilmaz de facto aber nicht: Grünen-Stadtrat Peter Todeskino führte die Stadt in den Jahren 2012 sowie 2013 bis 2014 jeweils vertretungsweise für mehrere Monate als Oberbürgermeister, nachdem Amtsinhaber Torsten Albig (SPD) und Amtsinhaberin Susanne Gaschke (SPD) zum Ministerpräsidenten gewählt wurden beziehungsweise zurücktraten. Er wurde aber nicht direkt gewählt.
A.Ruegg--VB