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Evakuierte in Spanien und Frankreich kehren nach Bränden zurück - Erneut Hitzewelle
Leichte Entspannung nach den verheerenden Bränden in Südeuropa: Im Brandgebiet nahe Madrid konnten rund 24.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren, wie Rettungsdienste am Mittwoch mitteilten. Nach den Worten von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sind die kommenden zwölf Stunden "entscheidend" bei der Brandbekämpfung. Auch in der französischen Gironde im Südwesten des Landes konnte die Lage nach Angaben der Präfektur "stabilisiert" werden. Zugleich wird befürchtet, dass eine neue Hitzewelle die Brände in beiden Ländern wieder verschlimmern könnte.
Mehrere Tage nach einem Evakuierungsaufruf infolge der Feuer in Spanien könnten 24.000 Menschen nach Hause zurückkehren, teilte der Präfekt der Region Madrid, Francisco Martín Aguirre, in der Nacht zum Mittwoch im Onlinedienst X mit. Für 20.000 weitere Menschen gelten demnach vorerst keine Ausgangsbeschränkungen mehr, erklärte er.
Zuvor hatten die Behörden eine Aufhebung der Beschränkungen für 15 Orte in der dicht besiedelten Region westlich von Madrid und der Nachbarregion Avila angekündigt. Den Behörden zufolge gab es in der Nacht kein erneutes Aufflammen der Brände. Auch in der Waldbrandregion Valencia im Osten Spaniens wurden Beschränkungen aufgehoben.
Als Einwohner in die Ortschaft Aldea del Fresno zurückkehrten, hing noch immer Rauch und Brandgeruch über dem Ort, wie eine AFP-Journalistin vor Ort berichtete. "Ich bin glücklich: Ich konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen, um meinen Kaffee zu trinken und zu frühstücken", sagte die 70-jährige Maria Jesús Pérez Blanca, die zusammen mit anderen Einwohnern in einem Café in dem zuvor evakuierten Ort saß.
Regierungschef Sánchez äußerte sich am Mittwoch verhalten optimistisch: "Die Dinge entwickeln sich positiv, wenn auch größte Vorsicht geboten ist", sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Stellungnahme in Navalcarnero im Brandgebiet. "Ich glaube, die kommenden zwölf Stunden werden entscheidend dafür sein, die Arbeit des Zivilschutzes zu konsolidieren". Er denke, "dass wir heute dem Ziel, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, näher kommen", fügte der Regierungschef hinzu.
Derweil kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen das schlimmste Feuer in der jüngeren Geschichte der Region. Die Feuerwehr setzte ihre Bemühungen "zur Konsolidierung der am Dienstag erzielten Fortschritte" fort, wie sie im Onlinedienst X mitteilte. In der Nacht sei der Brand bei vorteilhaften Wetterbedingungen nicht weiter angefacht worden.
Allerdings sollen die Temperaturen im Tagesverlauf wieder steigen und bis zu 37 Grad Celsius erreichen. Zudem wird böiger Wind erwartet. Das könnte die Flammen erneut anfachen und die Arbeit der Feuerwehr erschweren. Laut dem nationalen Wetterdienst Aemet soll die Hitzewelle bis Sonntag anhalten und ein "extremes" Brandrisiko mit sich bringen.
Der seit Tagen lodernde Brand in der Region Madrid sowie ein Großbrand bei Ávila in der benachbarten Region Kastilien und León haben bislang insgesamt 77.000 Hektar Land zerstört. Das entspricht etwa der Fläche Hamburgs.
Derweil ist der Großbrand im südwestfranzösischen Département Gironde "weiter unter Kontrolle". Die Nacht zum Mittwoch sei "ruhig" gewesen, teilte die zuständige Präfektur mit. An einigen Stellen seien Feuer wieder aufgeflammt, doch sie seien schnell gelöscht worden. Die verbrannte Fläche habe sich nicht vergrößert.
Allerdings sind laut Präfektur am Mittwoch "ungünstige" Wetterbedingungen zu erwarten. Angekündigt sind Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius im Landesinneren und bis zu 38 Grad Celsius an der Küste. In der Gironde und im benachbarten Département Landes dürfte am Mittag die zweithöchste Hitzewarnstufe ausgerufen werden. Zudem könnte Wind die Flammen erneut anfachen. Die Feuerwehr warnt vor einem "äußerst hohen Risiko erneuter Brandausbrüche". Für Donnerstag wird mit Gewittern gerechnet.
Am Dienstagabend konnten in der Gironde 57.000 Bewohner von drei bei Bordeaux gelegenen Orten nach einem Evakuierungsaufruf in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Seit Beginn des Großbrandes vor einer Woche waren in der Region mehr als 220.000 Menschen dazu aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Die belgische Regierung sagte Frankreich am Mittwoch Unterstützung in Form von Einsatzkräften und speziellen Fahrzeugen für die Region zu.
Der Brand in der Region Gironde hat bislang 42.000 Hektar vernichtet. Auch im Südosten Frankreichs wurden Brände gemeldet, etwa auf der Mittelmeerinsel Korsika, im Département Hautes-Alpes und im Département Var, wo das Feuer am Dienstag aber für gelöscht erklärt wurde.
Auch auf der griechischen Urlaubsinsel Paros wütete ein Waldbrand. Das Feuer sei auf einer Mülldeponie im Westen ausgebrochen und habe sich dann durch den starken Wind nach Süden ausgebreitet, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Einwohner von zehn Ortschaften wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
C.Stoecklin--VB