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Trump will Lateinamerikas Kampf gegen Drogenkartelle mit US-Raketen unterstützen
US-Präsident Donald Trump hat Staaten in Lateinamerika aufgerufen, ihre Armeen gegen das "Krebsgeschwür" der Drogenkartelle einzusetzen, und ihnen die militärische Unterstützung der USA angeboten. "Wir arbeiten mit Ihnen zusammen, um alles zu tun, was wir tun müssen", sagte Trump am Samstag bei einem Treffen mit Staatschefs verbündeter lateinamerikanischer Länder in der Nähe von Miami. Mit Blick auf Kuba deutete Trump erneut ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung an.
"Wir werden Raketen einsetzen. Sie wollen, dass wir Raketen einsetzen? Die sind extrem präzise", fügte Trump hinzu. "'Piu', direkt ins Wohnzimmer. Das ist das Ende dieses Kartellmitglieds", sagte Trump an die zumeist rechtsgerichteten Teilnehmer des Treffens gerichtet, unter ihnen der argentinische Präsident Javier Milei und die Staatschefs Ecuadors und El Salvadors, Daniel Noboa und Nayib Bukele.
Die Zusammenkunft in Trumps Golfclub Doral war das Gründungstreffen der Initiative "The Shield of the Americas" (etwa: Schild Amerikas). Die Koalition aus 17 Teilnehmerstaaten verpflichtet sich nach Angaben des Weißen Hauses zu einer Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Drogenkartelle und gegen Sicherheitsbedrohungen in der Region.
Zur Sonderbeauftragten für die Initiative hat Trump die Republikanerin Kristi Noem ernannt, die er am Donnerstag als Heimatschutzministerin entlassen hatte.
"Wir wollen nicht, dass sie sich ausbreiten", sagte der US-Präsident mit Blick auf die Drogenkartelle, die er mit einem Krebsgeschwür verglich. "Der einzige Weg, diese Feinde zu besiegen, ist die Entfesselung der Macht unserer Streitkräfte. Wir müssen unsere Armee einsetzen", sagte der US-Präsident.
Ecuadors Präsident Noboa schrieb im Anschluss an das Treffen in einem Onlinedienst: "Zu lange hat das organisierte Verbrechen geglaubt, dass Amerika sein Territorium sei. Dass es Grenzen überqueren, Drogen, Waffen und Gewalt ohne Konsequenzen transportieren könne. Diese Zeit ist vorbei", betonte Noboa, dessen Land in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel geworden ist.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte indes im Onlinedienst X, bei dem "neokolonialen" Treffen hätten sich die rechtsgerichteten Politiker "dazu verpflichtet, den tödlichen Einsatz der US-Streitkräfte zur Lösung interner Probleme zu akzeptieren".
Neben dem Kampf gegen die Drogenbanden war auch Kuba Thema des Gipfels. Trump stellte erneut ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung in Havanna in Aussicht: "Ich werde mich um Kuba kümmern", sagte Trump vor den Teilnehmern. "Kuba befindet sich in den letzten Momenten seines Lebens."
Der US-Präsident kündigte "große Veränderungen" in dem Inselstaat an. "Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl. Sie haben eine schlechte Philosophie, sie haben ein schlechtes Regime, das schon seit langer Zeit schlecht ist", fügte er hinzu.
Nach der Gefangennahme des linksnationalistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zu Jahresbeginn bei einem US-Militäreinsatz hatte Trump wiederholt deutlich gemacht, dass er auch Kuba im Visier habe. Nach Maduros Sturz ließ der US-Präsident die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen. Die Ölblockade verschärfte die Wirtschaftskrise in dem Karibikstaat.
Irene Mia, Lateinamerika-Expertin am International Institute for Strategic Studies, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Gewalt der mächtigen Drogenkartelle treffe nun auch Länder in der Region, die bis vor kurzem als relativ sicher galten - etwa Ecuador oder Chile.
Die angespannte Sicherheitslage habe zu den jüngsten Wahlsiegen des rechten Lagers in lateinamerikanischen Staaten beigetragen und den Widerstand gegen eine Intervention der USA aufgeweicht, erklärte Mia.
Neben Milei, Bukele und Noboa waren in Miami auch die Staatenlenker von Bolivien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Guyana, Honduras, Panama, Paraguay und Trinidad und Tobago sowie der designierte Präsident Chiles, José Antonio Kast, anwesend. Die linksgerichtete Präsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum sowie ihr - ebenfalls linksgerichteter - brasilianischer Amtskollege Luiz Inácio Lula da Silva nahmen nicht an dem Gripfel teil.
F.Fehr--VB