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Seltene Orang-Utans durch Folgen von Flutkatastrophe in Indonesien bedroht
Die jüngste Flutkatastrophe in Indonesien hat nach Angaben von Wissenschaftlern den Lebensraum der seltensten Menschenaffen der Welt schwer beschädigt und könnte katastrophale Folgen für die Tierart haben. Die Überschwemmungen könnten das Überleben der Tapanuli-Orang-Utans in freier Wildbahn gefährden, warnten Forscher am Freitag. Bei den Überschwemmungen Ende November waren in Indonesien rund 1000 Menschen ums Leben gekommen.
Die erst 2017 als eigene Art eingestuften Tapanuli-Orang-Utans sind sehr selten. In freier Wildbahn gibt es weniger als 800 Tiere, die in einem bergigen Waldgebiet der indonesischen Insel Sumatra leben.
Nach Angaben von Artenschützern wurde in dem Gebiet nach den Überschwemmungen bereits ein toter Tapanuli-Orang-Utan gefunden. Es sei zu befürchten, dass zwischen sechs und elf Prozent der Orang-Utans ums Leben gekommen seien, sagte der Experte Erik Meijaard der Nachrichtenagentur AFP. Bereits eine Sterblichkeitsrate von einem Prozent der ausgewachsenen Tiere könne zum Aussterben der Art führen.
Satellitenbilder zeigen laut Meijaard massive Zerstörung in der Berglandschaft, in der die Orang-Utans zu Hause sind. Eine Flut aus Schlamm, Bäumen und Wasser habe alles in ihrem Weg mitgerissen. Nach dem Vergleich von Aufnahmen, die das Gebiet vor und nach der Katastrophe zeigen, äußerte sich der Naturschützer David Gaveau erschüttert: "So etwas habe ich in den 20 Jahren, in denen ich die Entwaldung Indonesiens bereits auf Satellitenbildern verfolge, noch nie gesehen", sagte er AFP.
Experten fordern sofortige Erkundungen in der Tapanuli-Region sowie die Ausweitung von Schutzgebieten und die Wiederherstellung von Tieflandwäldern.
T.Suter--VB