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Urteil in London: BHP-Konzern für Umweltkatastrophe in Brasilien verantwortlich
Der australische Bergbaukonzern BHP ist einem Urteil der britischen Justiz zufolge für eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in Brasilien verantwortlich. "BHP haftet als 'Verschmutzer' uneingeschränkt für verursachte Schäden", erklärte am Freitag der High Court in London mit Blick auf den Bruch eines Dammes in einer Eisenerzmine in Brasilien 2015. Das Gericht machte damit den Weg frei für mögliche Milliarden-Entschädigungsansprüche. BHP kündigte umgehend Berufung an.
Am 5. November 2015 war in der Mine nahe der Stadt Mariana der Damm eines Klärbeckens mit giftigen Stoffen gebrochen, durch den Giftschlamm kamen 19 Menschen ums Leben. Die Giftstoffe gelangte auch in den Fluss Rio Doce und später in den 650 Kilometer entfernten Atlantik. Tausende Tiere verendeten, hunderttausende Menschen hatten kein sauberes Trinkwasser mehr.
Die Betroffenen fordern in London Entschädigungen in Höhe von insgesamt 36 Milliarden Pfund (40 Milliarden Euro). Es sind mehr als 620.000 Betroffene, darunter 46 Gemeinden, Unternehmen und mehrere indigene Völker. Nach dem Haftbarkeits-Urteil vom Freitag sollen die genauen Entschädigungszahlungen Gegenstand eines weiteren Verfahrens sein, das im Oktober 2026 beginnen soll.
BHP war neben dem brasilianische Bergbaukonzern Vale einer der Ko-Eigentümer der Betreiberfirma der Unglücksmine in Brasilien. Zum Zeitpunkt der Katastrophe hatte der australische Konzern eines seiner weltweiten Hauptquartiere in Großbritannien, deshalb konnten die Kläger 2018 in London vor Gericht ziehen.
BHP kündigte unmittelbar nach dem Urteil Berufung an. Der Konzern verwies auf eine im vergangenen Jahr mit der brasilianischen Regierung getroffenen Entschädigungsvereinbarung. Diese hatte einen Umfang von umgerechnet gut 26 Milliarden Euro. Die Mehrheit der 620.000 Anspruchsteller in London argumentiert jedoch, dass sie durch die Vereinbarung in Brasilien nicht ausreichend entschädigt würden.
A.Kunz--VB