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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Fast 40 Prozent der Kinder bekommen selten oder nie vorgelesen
Fast 40 Prozent der Kinder im Alter von bis zu acht Jahren in Deutschland wird selten oder nie vorgelesen. Im am Montag veröffentlichten sogenannten Vorlesemonitor gaben 20 Prozent der befragten Eltern an, ihren Kindern nie vorzulesen. Elf Prozent machen dies seltener als einmal pro Woche, lediglich einmal pro Woche lesen weitere acht Prozent der Eltern vor. Regelmäßig vorgelesen wird 61 Prozent der Kinder - 32 Prozent mehrmals pro Woche, 17 Prozent einmal pro Tag, zwölf Prozent mehrmals am Tag.
Die Studie wurde im Auftrag der Wochenzeitung "Die Zeit", der Stiftung Lesen und der Deutsche-Bahn-Stiftung erstellt. Als einen Grund für seltenes Vorlesen machte die Studie die fehlende Verfügbarkeit von Büchern aus. Je mehr Kinderbücher im Haushalt vorhanden sind, desto regelmäßiger lesen Eltern ihren Kindern vor. Der Geschäftsführer der "Zeit"-Verlagsgruppe, Rainer Esser, erklärte: "Nur eine verbesserte Verfügbarkeit von Büchern und digitalen Vorlesematerialien kann dazu beitragen, dass Vorlesen und Lesen in mehr Familien stattfindet."
Auch die Bildungsvoraussetzungen der Eltern haben demnach Einfluss darauf, wie oft Kindern vorgelesen wird. Mehr als die Hälfte der Eltern mit niedrigeren Schulabschlüssen lesen ihren Kindern selten oder nie vor. Über alle Schichten hinweg betrachtet würden viele Eltern vergleichsweise spät mit dem Vorlesen anfangen, mit oder nach dem zweiten Geburtstag der Kinder. Mit dem Schuleintritt werde dann zum großen Teil schon wieder mit dem Vorlesen aufgehört.
Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2019 nahm das Vorlesen ab, wie die Befragung ergab. Vor drei Jahren lasen noch 68 Prozent der Eltern regelmäßig vor und nur 32 Prozent selten oder nie. Gegenüber den 20 Prozent der Eltern, die inzwischen nie vorlesen, waren es 2019 nur acht Prozent. Besonders auffällig entwickelte sich das Ende des Vorlesens mit dem Schuleintritt: Einer Mehrheit von 51 Prozent der Achtjährigen wird inzwischen gar nicht mehr vorgelesen, 2019 war dies noch eine Minderheit von 28 Prozent.
H.Seidel--BTB