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Tausende Thailänder erweisen verstorbener Prinzessin Bha in Bangkok die letzte Ehre
Nach dem Tod der thailändischen Prinzessin Bajrakitiyabha haben am Samstag tausende Menschen in Bangkok beim Trauerzug in den Königspalast Abschied genommen. Schwarz gekleidete, überwiegend ältere Menschen säumten bei drückender Hitze die zehn Kilometer lange Strecke vom Chulalongkorn-Krankenhaus, in dem die Prinzessin behandelt worden war, zum Großen Palast. Die älteste Tochter von König Maha Vajiralongkorn war am Donnerstagabend im Alter von 47 Jahren gestorben.
Der feierliche Trauerzug mit dem Leichnam der Prinzessin erreichte gegen 17.00 Uhr (12.00 Uhr MESZ) den Großen Palast. Die Polizei hatte Straßen gesperrt und den Verkehr in Teilen der Innenstadt gestoppt, um die königliche Autokolonne passieren zu lassen, die von König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida angeführt wurde.
Der Rundfunksender Thai PBS berichtete, dass der Leichnam von Prinzession Bha, wie die Thailänder sie liebevoll nennen, im selben Fahrzeug transportiert wurde wie der Leichnam ihres Großvaters König Bhumibol, der im Oktober 2016 gestorben war.
"Ich bin traurig, sehr traurig, weil Ihre Königliche Hoheit so beliebt beim thailändischen Volk war, bekannt für das, was sie getan und bewirkt hat", sagte die 63-jährige Pongsanguan Paranan der Nachrichtenagentur AFP.
Für das thailändische Königshaus ist es der zweite Trauerfall innerhalb weniger Monate. Im Oktober vergangenen Jahres war Königin Sirikit, die Mutter des Königs, im Alter von 93 Jahren gestorben.
Nähere Angaben der thailändischen Regierung zur Beisetzung der Prinzessin stehen noch aus. Staatsbeamte wurden angewiesen, sich schwarz zu kleiden, landesweit werden die Flaggen für zwei Wochen auf Halbmast gesetzt.
Der Trauerzug fand unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen statt und folgte einem strikten Protokoll. Die Teilnehmer trugen formelle Kleidung, Dutzende Polizisten standen auf ihren Posten.
Einige Trauernde standen Schlange für ein buddhistisches Ritual mit Weihwasser vor einem Porträt der Prinzessin. "Ich bin traurig, dass sie gestorben ist, besonders seit ich ihre Bilder aus ihrer Kindheit sah", sagte eine Teilnehmerin AFP. Sie habe für die kranke Prinzessin gebetet.
"Ich werde den ganzen Tag hier auf ihren Leichnam warten. Abschied zu nehmen fällt uns nicht leicht", sagte die 54-jährige Englischlehrerin Donnapha Kladbupha der Nachrichtenagentur AFP. Die Monarchie stehe in schwierigen Zeiten für die "Einheit" des thailändischen Volkes.
Am Chulalongkorn-Krankenhaus, wo Prinzessin Bha in den vergangenen dreieinhalb Jahren behandelt worden war, hatten sich bereits am Freitag Trauernde versammelt. Bajrakitiyabha Mahidol war am Donnerstagabend gestorben, nachdem sie mehr als drei Jahre lang im Koma gelegen hatte. Nach Angabend des Königspalastes starb sie "friedlich" im Krankenhaus.
Im Dezember 2022 hatte die Prinzessin während eines Ausbildungseinsatzes mit Armee-Diensthunden einen Herzinfarkt erlitten und lag seither im Koma. Im August 2025 hatte der Palast über ein ernsthafte Infektion informiert und mitgeteilt, dass die Lungen- und Nierenfunktion durch medizinische Apparate unterstützt werde. Vor drei Wochen hatte sich ihr Gesundheitszustand im Zuge einer Infektion nach Angaben des Königspalastes deutlich verschlechtert.
Die studierte Juristin und frühere Diplomatin war das einzige Kind aus der ersten Ehe des Königs mit Prinzessin Soamsawali. Gemäß den Regeln des thailändischen Königshauses hatte die Prinzessin als Frau keinen Anspruch auf den Thron. Sie lernte und studierte in Großbritannien, den USA und Thailand und machte an der Cornell-Universität in den USA ihr Staatsexamen als Juristin. Anschließend hatte sie verschiedene Positionen bei der UNO inne, zeitweise vertrat sie Thailand als Botschafterin in Österreich.
Prinzessin Bha setzte sich für die Rechte von Frauen ein, unter anderem für bessere Haftbedingungen weiblicher Gefängnisinsassinnen. Ein Jahr bevor sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte sie eine leitende Position im Personenschutzkommando ihres Vaters übernommen.
Der 73 Jahre alte König Maha Vajiralongkorn hat sieben Kinder aus vier Ehen. Einen Thronerben hat er bisher nicht bestimmt. Der König wird in Thailand als Vater der Nation und Verkörperung der Ideale des Buddhismus angesehen. In kaum einem anderen Land der Welt wird ein Staatsoberhaupt derart verehrt, Majestätsbeleidigung wird mit hohen Haftstrafen sanktioniert.
F.Wagner--VB