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Tausende Menschen erweisen Giorgio Armani in Mailand die letzte Ehre
Tausende Menschen haben am Samstag in Mailand Schlange gestanden, um Giorgio Armani die letzte Ehre zu erweisen. Der Sarg des am Donnerstag im Alter von 91 Jahren verstorbenen Modeschöpfers wurde am Hauptsitz des Luxuslabels aufgebahrt, er soll bis Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Am Montag findet dann in Mailand die Beerdigung im privaten Rahmen statt.
Am Hauptsitz des Modelabels in Mailand, einer ehemaliger Schokoladenfabrik, warteten viele Trauernde, um von Armani Abschied zu nehmen. Er sei ein "unglaublicher Mann" gewesen, sagte die Armani-Mitarbeiterin Silvia Albonetti vor Ort. Er sei manchmal streng gewesen, aber immer menschlich. Der 20-jährige Modestudent Pietro Angeleri sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass jede von Armanis Modeschauen "reine Magie" gewesen sei. "Niemandem ist es wie ihm gelungen, Frauen in Szene zu setzen."
Armani starb wenige Wochen vor dem 50. Jubiläum des von ihm gegründeten Labels. Er hatte in den vergangenen Monaten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Mitte Juni verpasste er die Präsentation seiner Herrenkollektion in Mailand. Auch an der Armani-Privé-Show im Juli in Paris nahm er erstmals seit 20 Jahren nicht teil.
Giorgio Armani wurde 1934 in einer kleinbürgerlichen Familie mit armenischen Wurzeln im norditalienischen Piacenza geboren. Seine Arbeit in der Modebranche begann er nach einem abgebrochenen Medizinstudium im berühmten Kaufhaus La Rinascente in der norditalienischen Wirtschaftsmetropole Mailand. In den 70er-Jahren baute er mit seinem früh verstorbenen Geschäftspartner Sergio Galeotti ein Modeunternehmen auf, zu dem neben Kleidung auch Schmuck, Parfums, Inneneinrichtung und Luxushotels gehören.
Über die Jahrzehnte baute Armani ein regelrechtes Imperium auf, mit weltweit mehr als 600 Boutiquen und über 10.000 Angestellten. Mit seiner Mode begeisterte er auch Filmstars wie Michele Pfeiffer, George Clooney oder Leonardo Di Caprio, die sich von ihm einkleiden ließen.
Armani hat keine Kinder - und sein Unternehmen bis zuletzt selbst geführt. Seine Nichten Roberta und Silvana Armani arbeiten für das Label. Sein Neffe Andrea Camerana ist Mitglied im Vorstand. Nach Armanis Tod kündigten seine Familie und Mitarbeiter an, "das was er aufgebaut hat, zu schützen" - und das Unternehmen in Erinnerung an ihn weiterzuführen.
L.Wyss--VB