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Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie ab Mitternacht
In den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall für die Nacht zu Samstag erste Warnstreiks angekündigt. Die Arbeitsniederlegungen beginnen um Mitternacht, wie Gewerkschaftsvertreter mitteilten. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot, das vor allem eine Prämie zum Inflationsausgleich in Höhe von 3000 Euro vorsieht, kritisierten sie als inakzeptable "Schnapsidee". Die IG Metall fordert stattdessen acht Prozent mehr Lohn.
"Warnstreiks sind unvermeidbar", erklärte der Bezirkschef der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger. Das auf die Inflationsausgleichsprämie mit einer Laufzeit von 30 Monaten beschränkte Angebot der Arbeitgeber habe angesichts der dramatischen aktuellen Inflationsentwicklung "den Namen 'Angebot' nicht verdient". Die Beschäftigten ließen sich nicht "abspeisen".
Um Mitternacht läuft die sogenannte Friedenspflicht des laufenden Tarifvertrags ab, der bis Sonntag gilt. Ab dann sind Arbeitsniederlegungen möglich. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche werden einzeln in sieben Gewerkschaftsbezirken geführt, die Forderungen sind aber identisch.
Die Arbeitgeber hatten in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag ihr Angebot der Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten eingebracht. Sie wollen damit nach eigenen Angaben die jüngst von der Regierung geschaffene Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien entsprechenden Pauschale in vollem Umfang auszuschöpfen.
Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde dagegen acht Prozent mehr Lohn für eine Laufzeit von zwölf Monaten. IG Metall-Vertreter Gröger erklärte, die Arbeitgeber versuchten, sich hinter der von der Regierung geschaffenen Möglichkeit einer steuerfreien Einmalzahlung "zu verstecken". Es sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein".
O.Bulka--BTB