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Hohe Energiepreise belasten Industrieproduktion in Deutschland
Die hohen Energiepreise haben im August die Industrieproduktion in Deutschland geschwächt - besonders die in den energieintensiven Industriezweigen. Insgesamt sank die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,8 Prozent verglichen mit Juli, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Bei der reinen Industrieproduktion - also produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe - stand ein Minus von 0,1 Prozent.
Werden die energieintensiven Branchen gesondert betrachtet, ergibt sich ein Minus von 2,1 Prozent verglichen mit Juli, wie die Statistiker weiter mitteilten. Seit Februar dieses Jahres, als der russische Angriff auf die Ukraine begann, ging die Produktion in der energieintensiven Industrie um 8,6 Prozent zurück.
Zu diesen Branchen zählt das Statistikamt in erster Linie die Herstellung chemischer Erzeugnisse und die Metallerzeugung und -bearbeitung. Auch der Zweig Kokerei und Mineralölverarbeitung, die Herstellung von Glas und Keramik sowie die Produktion von Papier und Pappe benötigen viel Energie.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts standen diese fünf Branchen im Jahr 2020 zusammen für 76 Prozent des gesamten industriellen Energieverbrauchs. Zugleich betrug ihr Anteil an der industriellen Bruttowertschöpfung nur 21 Prozent. Erdgas ist dabei ein wichtiger Energieträger und im Zuge der Energiekrise besonders teuer geworden.
Die Industrieproduktion in Deutschland ist laut Bundesamt zudem weiterhin durch die Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt. Gestörte Lieferketten "führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge", fasst das Bundesamt die Lage zusammen.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte, dass der Industriestandort Deutschland "immer mehr unter Druck" gerate. Die Produktion "verharrt auf niedrigem Niveau" - viele Betriebe seien gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder Geschäftsfelder teilweise stillzulegen.
W.Lapointe--BTB