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Streik legt Lufthansa am Tag der 100-Jahr-Feier weitegehend lahm
Den dritten Tag in Folge hat ein Streik den Flugbetrieb der Lufthansa stark beeinträchtigt. Wegen eines Arbeitskampfs des Kabinenpersonals der Kernmarke des Konzerns fielen am Mittwoch hunderte Flüge aus. Nahezu alle Inlandsflüge der Lufthansa vom Frankfurter Flughafen und zahlreiche Auslandsflüge wurden gestrichen. Am Münchener Flughafen fielen nach Angaben des Betreibers insgesamt 380 Flüge aus, die meisten davon von der Lufthansa.
Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat bis Donnerstag (23.59 Uhr) zur Arbeitsniederlegungen an den beiden deutschen Drehkreuzen aufgerufen. Betroffen sind demnach auch die Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Am Montag und Dienstag hatten bereits die Lufthansa-Piloten gestreikt - und deren Gewerkschaft (VC) hat bereits für Donnerstag und Freitag weitere Arbeitskämpfe angekündigt.
Grund für den Streik des Kabinenpersonals ist nach Angaben der UFO ein bislang unzureichendes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite im Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag. Bereits am vergangenen Freitag hatte UFO deshalb zum Streik aufgerufen. Teil der Arbeitskampfmaßnahmen am Mittwoch soll der Gewerkschaft zufolge auch eine Kundgebung in Frankfurt im Umfeld der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa sein, zu denen auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet wird.
Der Arbeitgeberverband BDA kritisierte die Gewerkschaften scharf und forderte staatliches Eingreifen. "Die Arbeitskämpfe bei der Deutschen Lufthansa belegen erneut: Eine gesetzliche Regulierung des Arbeitskampfs ist nötiger denn je", erklärte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. "Der Streik ist missbräuchlich sowie unverhältnismäßig, weil es in großen Teilen Unbeteiligte - nämlich die Fluggäste - zu Geiseln macht und in Zeiten geopolitischer Krisen ganze Lieferketten betrifft."
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gratulierte dem Airline-Konzern zum 100-jährigen Bestehen. "Ich bin mir sicher: bei Innovation und neuen Technologien wird die Lufthansa auch in den nächsten hundert Jahren Maßstäbe setzen", erklärte er. Zu den Streiks äußerte er sich nicht.
Das "Handelsblatt" zitierte am Mittwoch aus einem internen Schreiben des Lufthansa-Vorstands an die Beschäftigten, in dem ein umfangreicher Sparkurs unter Verweis auf die Folgen des Iran-Krieges angekündigt wird. Demnach sollen offene Positionen nur noch mit expliziter Genehmigung des Vorstands besetzt und Dienstreisen eingeschränkt werden.
F.Fehr--VB