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Betankung von Trägerrakete für Mondmission Artemis 2 begonnen
Wenige Stunden vor dem geplanten Start der bemannten Mond-Mission Artemis 2 hat die Nasa mit der Betankung der Trägerrakete begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein begann das Team des Kennedy Space Center in Cape Canaveral am Mittwoch um 8.35 Uhr Ortszeit (14.35 Uhr MESZ) damit, die riesigen Tanks der 98 Meter langen orange-weißen SLS-Rakete mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff zu betanken.
Damit der extrem kalte Treibstoff der Rakete keine Probleme bereitet, geht die Betankung langsam vonstatten, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf ihrer Website erläuterte. Schließlich soll alles glatt gehen bei der Mission, die Dutzende Milliarden Dollar kostet und jahrelange Vorbereitungen mitsamt einigen Verschiebungen in Anspruch genommen hat.
Die Mondmission ist der erste bemannte Flug der SLS-Rakete. Auf ihrem etwa zehntägigen Trip soll die Crew in einer Orion-Raumkapsel den Mond umrunden und neue Erkenntnisse von dem Erdtrabanten mitbringen. Die bislang letzte Mondmission hatte mit der Nasa-Mission Apollo 17 im Jahr 1972 stattgefunden.
Kommandant der Mission Artemis 2 ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Sein Pilot ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch soll als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten fliegen. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.
In der Nähe des Kennedy Space Center im Bundesstaat Florida fieberten in den Stunden vor dem geplanten Start viele Raumfahrt-Fans dem Ereignis entgegen. Die Artemis-2-Crew will bei der Umrundung des Mondes auch dessen Südpol für eine für 2028 anvisierte Mondlandung erkunden. Auf der Rückseite des Mondes wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Die Crew wird dann weiter von der Erde entfernt sein als die Besatzung der Mondmission Apollo 13, die bislang diesen Rekord hält.
Zunächst will die Besatzung aber in der Erdumlaufbahn einige Tests vornehmen, um sicherzugehen, dass auf der 384.000 Kilometer weiten Reise zum Mond alles funktioniert. Auch Technologie aus Deutschland für die Orion-Kapsel muss sich dabei bewähren.
Sollte der Start nochmals verschoben werden müssen, gibt es bis Freitag noch mehrere weitere mögliche Startfenster. Die Wetteraussichten für diese Termine sind allerdings etwas schlechter als für den ersten möglichen Termin am Mittwoch um 8.35 Uhr Ortszeit (14.35 Uhr MESZ).
Crew-Mitglied Koch hatte vorab gesagt, sie hoffe, dass Artemis 2 eine Ära einläute, in der alle Menschen "den Mond anschauen und als ein echtes Ziel betrachten" könnten.
G.Frei--VB