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Deutlich mehr Anträge von Verbrauchern auf Schlichtung durch Bundesnetzagentur
Im vergangenen Jahr haben sich deutlich mehr Verbraucher wegen Problemen etwa beim Paketversand oder mit Internetanbietern an die Bundesnetzagentur gewandt. Die Schlichtungsstelle Post der Bonner Behörde erhielt 25 Prozent mehr Anträge als im Vorjahr, die Schlichtungsstelle Telekommunikation sogar mehr als doppelt so viele, wie die Netzagentur am Montag mitteilte.
Im Bereich Telekommunikation legten die Antragszahlen von 2534 im Jahr 2024 auf 5524 zu. In 1274 Fällen sei eine Einigung erzielt worden, erklärte die Bundesnetzagentur. Besonders häufig waren demnach unlautere Geschäftspraktiken beim telefonischen Abschluss von Verträgen Anlass.
Die Schlichtungsstelle weist darauf hin, dass ein am Telefon abgeschlossener Vertrag über Telekommunikationsdienste wie Internet- oder Mobilfunkverträge erst wirksam wird, wenn die Verbraucherin oder der Verbraucher den Vertrag im Anschluss an das Telefongespräch in Textform genehmigt. Nun komme es häufig vor, dass Unternehmen während des Telefonats eine Vertragszusammenfassung per E-Mail zusenden und die Verbraucher am Telefon drängen, den Vertrag sofort zu genehmigen.
Ein weiterer Grund, der auch im Vorjahr zu vielen Schlichtungsanträgen geführt hatte, betrifft nicht eingehaltene Termine für die Bereitstellung von Glasfaseranschlüssen. Zum Streit komme es laut Bundesnetzagentur häufig, wenn Unternehmen darauf bestehen, dass die Vertragslaufzeit erst mit der Bereitstellung beginnt und sie Kundinnen und Kunden deshalb auch mehr als zwei Jahre nach Abschluss des Vertrages nicht aus dem Vertrag entlassen wollen.
Weitere Themen der Schlichtungsstelle Telekommunikation waren technische Störungen, Rechnungsbeanstandungen, verminderte Datenübertragungsraten, Umzüge, Anbieterwechsel oder die Sperre von Anschlüssen. Bei der Schlichtungsstelle Post entfielen 75 Prozent aller Schlichtungsanträge auf Schwierigkeiten bei der Paketzustellung, meistens ging es um den Verlust der Sendung. Insgesamt stellten Verbraucher hier 4804 förmliche Anträge, nach 3821 im Vorjahr.
B.Wyler--VB