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Pilotengewerkschaft verzichtet "vorläufig" auf Streiks bei der Lufthansa
Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) verzichtet "vorläufig" auf Streiks bei der Lufthansa. VC wolle dem Management von Lufthansa "ausreichend Zeit" einräumen, um "endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zu einer verbesserten betrieblichen Altersversorgung" vorzulegen, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Der Arbeitgeber sei "am Zug".
Die Mitglieder von VC hatten sich in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für Streiks bei der Kernmarke Lufthansa und bei der Frachtsparte Cargo ausgesprochen - das Ergebnis lag Ende September vor. VC suchte dennoch erneut das Gespräch mit Lufthansa - obwohl kein neues Angebot vorlag. Auch diese Verhandlungen blieben ergebnislos, wie VC Ende Oktober erklärt hatte. In der vergangenen Woche beriet die Gewerkschaft über die weitere Vorgehensweise.
Im Lufthansa-Konzern, zu dem eine Reihe weiterer Airlines wie Brussels, Austrian, Swiss und Eurowings gehören, wird seit geraumer Zeit auch über die Arbeitsbedingungen gestritten. Arbeitnehmervertreter werfen der Konzernleitung vor, mit der Gründung neuer Airlines bewusst bestehende Tarifsysteme zu untergraben. Die Gespräche im Oktober drehten sich auch um diesen Streit.
Der VC-Vorsitzende Andreas Pinheiro kritisierte am Montag Äußerungen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Dieser habe gesagt, im Cockpit herrsche wenig Sorgen über die Betriebsrenten, aber große Sorge über Zukunfts- und Wachstumsperspektiven.
Ursprünglich ging es in den Tarifverhandlungen nur um die Altersvorsorge: Laut Gewerkschaft erhielten Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa bis 2017 eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Diese sei dann auf Drängen des Arbeitgebers durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt worden. Nach Angaben von VC verfehlt dieses Modell das frühere Niveau "deutlich".
R.Flueckiger--VB