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Taliban übergeben Betrieb von Luxushotel in Kabul an deutsche Firma
Kurz nach der Übernahme eines bekannten Hotels in Kabul durch die Taliban-Machthaber in Afghanistan hat ein deutsches Unternehmen die Leitung übernommen. Seit Samstag werde das Hotel von der Cinderella International Group geführt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch von Unternehmenschef Aaron Azim erfuhr. In dem bei Geschäftsreisenden und ausländischen Gästen beliebten Haus hatten die Taliban mehrere tödliche Anschläge verübt.
Seine Firma habe nach einer Ausschreibung der Taliban einen Zehnjahresvertrag für den Betrieb des Hotels abgeschlossen, sagte Azim weiter. Das Haus wurde demnach in "Kabul Grand Hotel" umbenannt. Zuvor hatte es "Kabul Serena Hotel" geheißen. Der vorherige Betreiber war die Hotelkette Serena, hinter der das Schweizer Unternehmen Aga Kahn Fonds für Wirtschaftliche Entwicklung steht.
Serena hatte am Freitag bekanntgegeben, dass das Hotel an ein Organ der Taliban übergeben worden sei, ohne Details zu nennen. Die Kette hatte das Hotel 20 Jahre lang betrieben.
Azim machte keine Angaben zu den Kosten für die Übernahme. Der Vertrag sei abschlossen worden, nachdem der Vertrag mit Serena ausgelaufen sei.
Die Taliban erklärten, sie hätten die Leitung des Hotels an ein internationales Unternehmen "mit viel Erfahrung in der Hotellerie" übergeben.
Die Islamisten, die 2021 in Afghanistan wieder die Macht übernahmen, hatten das Hotel zuvor mehrfach angegriffen. Der tödlichste Anschlag wurde 2014 ausgeübt. Vier Bewaffnete töteten neun Menschen. 2008 wurden bei einem Selbstmordattentat sechs Menschen getötet. Für den Anschlag wird der heutige Innenminister der Taliban, Siradschuddin Hakkani verantwortlich gemacht.
F.Mueller--VB