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Krise wegen US-Geschäfts: Führungswechsel bei dänischem Windenergiekonzern Örsted
Der kriselnde dänische Windenergiekonzern Örsted hat einen Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt. Der bisherige Chef Mads Nipper werde am Samstag zurücktreten und durch seinen bisherigen Stellvertreter Rasmus Errboe ersetzt, teilte Örsted am Freitag mit. Im wichtigen US-Geschäft hatte der Konzern zuletzt mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsident könnte weitere Probleme für das Unternehmen mit sich bringen.
"Der Markt für erneuerbare Energien hat sich seit Januar 2021 grundlegend verändert", erklärte die Vorsitzende des Verwaltungsrats von Örsted, Lene Skole. "Die Auswirkungen der zunehmend schwierigen Situation in der Offshore-Windindustrie auf unser Geschäft - von Engpässen in der Lieferkette über Zinserhöhungen bis hin zu einer sich verändernden Regulierungslandschaft - bedeuten, dass sich unser Schwerpunkt verlagert hat."
Örsted war lange Zeit besonders im Bereich Öl und Gas aktiv, wandelte sich dann jedoch zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der Offshore-Windenergie. Seit Januar 2021 ist der Aktienkurs jedoch um 80 Prozent eingebrochen.
Der Konzern hatte im letzten Quartal 2024 Abschreibungen in Höhe von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro auf sein US-Geschäft vorgenommen. Hintergrund waren unter anderem Zinserhöhungen und eine Verzögerung beim Bau eines Windparks vor der Küste des Bundesstaates New York. Das Projekt war aufgrund von Problemen in der Lieferkette in Verzug geraten. Mit Amtsantritt fror der neue Präsident Trump Genehmigungen und Kredite für Windparks an Land und auf See vorerst ein.
"Für Örsted ist Trump eine schlechte Nachricht, aber sie haben immer noch ein riesiges Portfolio an europäischen Projekten zu realisieren", erklärte der Analyst Jacob Pedersen von der Sydbank. Ein Hoffnungsschimmer für den dänischen Konzern ist nach Ansicht von Analysten der Erwerb von fast zehn Prozent der Örsted-Aktien durch den norwegischen Energieriesen Equinor im Oktober. Der dänische Staat, der 50,1 Prozent der Anteile an Örsted hält, stellte am Freitag zudem staatliche Beihilfen für Offshore-Anlagen mit einer Kapazität von insgesamt zwei bis drei Gigawatt in Aussicht.
M.Vogt--VB