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Absturz von DHL-Flugzeug: BND hat keine Hinweise auf russische Sabotage
Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Angaben seines Präsidenten Bruno Kahl keine belastbaren Erkenntnisse, dass russische Sabotage zum Absturz des DHL-Frachtflugzeugs am Montag in Litauen geführt haben könnte. "Bisher haben wir keine konkreten Hinweise, dass sich etwas in diese Richtung ereignet haben könnte", sagte Kahl im ARD-"Interview der Woche", aus dem am Mittwoch Auszüge vorab veröffentlicht wurden.
Ein Verdacht in Richtung Russland sei aber naheliegend, sagte Kahl: "Den Verdacht musste man sofort haben nach den Hinweisen, die wir vorher erhalten hatten." Deutsche Sicherheitsbehörden hätten bereits im Sommer vor selbstentzündenden Paketen in DHL-Frachtflugzeugen gewarnt, betonte der BND-Präsident. Sicherheitskreise hielten es für möglich, dass es sich dabei um Sabotage durch russische Geheimdienste handelt.
"Das ist genau das, was Putin im Sinne hat", sagte Kahl mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Er möchte unsere Gesellschaft durcheinanderbringen. Er möchte Zweifel und Angst säen und möchte natürlich auch die Politik dazu bringen, dass sie die Unterstützung für die Ukraine zurückfährt."
Die deutschen Behörden hätten dabei ganz generell "Hinweise, dass die kritischen Infrastrukturen ausgespäht werden", sagte Kahl. Es solle zudem "Vorbereitungshandlungen geben, die im Fall des Falles dann auch zu Schadensaktionen führen könnten".
Laut DHL war die aus Leipzig kommende Maschine am frühen Montagmorgen bei einer Notlandung rund einen Kilometer vor dem Flughafen der Hauptstadt Vilnius verunglückt. Ein Besatzungsmitglied aus Spanien starb, die anderen drei aus Deutschland, Spanien und Litauen stammenden Besatzungsmitglieder wurden verletzt.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprach von der Möglichkeit eines Sabotageakts, auch die litauischen Behörden schlossen einen terroristischen Hintergrund nicht aus.
H.Kuenzler--VB