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China veröffentlicht Plan zur Stärkung des privaten Konsums
Angesichts eines schwächelnden Wirtschaftswachstums hat die chinesische Regierung einen Plan zur Stärkung des privaten Konsums herausgegeben. Die am Samstagabend vom Staatsrat, dem chinesischen Kabinett, veröffentlichten Richtlinien zielen besonders auf die Stärkung von Pflege- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Alte sowie die Förderung der Gastronomie. Die 20 Vorgaben richten sich an Ministerien und lokale Behörden.
Diese werden unter anderem dazu aufgefordert, die "Anzahl der Pflegedienstleistungen für ältere Menschen zu erhöhen". Der Bereich wird angesichts einer auch in China immer älter werdenden Bevölkerung als Entwicklungssektor eingeschätzt.
Um der niedrigen Geburtenrate in dem Land mit hohen Bildungskosten und geringen Sozialleistungen entgegenzuwirken, soll zudem das Betreuungsangebot für Kinder ausgeweitet werden. Weiterhin sind Einkommensteuersenkungen vorgesehen, um die Kosten für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren und für die Pflege von Senioren auszugleichen, heißt es in dem Dokument.
Kleinere Dienstleistungsunternehmen sollen mit Hilfe von Banken mehr finanzielle Unterstützung erhalten.
Zudem setzt die Regierung auf die Ankurbelung von Gastronomie-Festivals und die Förderung der beliebten Streetfood-Märkte. Ausländische Firmen im Lebensmittel- und Getränkesektor sollen ermutigt werden, in China erste Filialen zu eröffnen.
Ein weiteres Feld ist der marode Immobiliensektor. Mit den vorgestellten Richtlinien soll das Angebot qualitativ verbessert werden. Zudem sollen ungenutzte Häuser in ländlichen Gegenden renoviert werden, auch zur Nutzung für den Tourismus. Gewünscht sind zudem finanzielle Anreize für Tourismusformen, die in China noch wenig entwickelt sind, wie Aktiv- und Campingurlaube oder Kreuzfahrten.
Chinas Wachstum hat sich mit Aufhebung der strengen Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie Ende 2022 zwar wieder erholt. Im zweiten Quartal lag das Wachstum allerdings nur bei 4,7 Prozent, angestrebt sind für das gesamte Jahr 2024 mindestens fünf Prozent.
A.Ruegg--VB