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Ratingagentur Fitch senkt Ausblick auf Kreditwürdigkeit Chinas ab
China droht eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Die Ratingagentur Fitch bewertete den Ausblick auf die Entwicklung der chinesischen Kreditwürdigkeit am Mittwoch als negativ. "Die Revision des Ausblicks spiegelt die wachsenden Risiken für Chinas öffentliche Finanzen wider, da das Land mit unsichereren Wirtschaftsaussichten konfrontiert ist", erklärte die Agentur. Ein maßgeblicher Risikofaktor ist der kriselnde Immobiliensektor des Landes.
Hohe Haushaltsdefizite und ein Anstieg der Staatsverschuldung hätten in den vergangenen Jahren die chinesischen Haushaltsreserven "ausgehöhlt", erklärte Fitch weiter. Vor dem Hintergrund sinkender Wachstumsraten gewännen staatliche Mittel zugleich zunehmend an Bedeutung bei der Wirtschaftspolitik.
Fitch bestätigte Chinas derzeitige Kreditwürdigkeit mit der sehr guten Note A+ und verwies auf die "große und diversifizierte Wirtschaft des Landes, die im Vergleich zu anderen Ländern weiterhin soliden Aussichten für das Wachstum, die integrale Rolle des Landes im globalen Warenhandel, die robusten Außenfinanzen und den Status des Yuan als Reservewährung". Ob dies so bleibe, sei aber fraglich.
Peking reagierte umgehend und bezeichnete die Rating-Entscheidung als "bedauerlich". "Die Ergebnisse zeigen, dass das Indikatorensystem von Fitchs Methodik zur Bewertung der Kreditwürdigkeit von Staaten es nicht geschafft hat, Pekings Bemühungen um die Förderung des Wirtschaftswachstums effektiv und proaktiv widerzuspiegeln", erklärte das chinesische Finanzministerium.
Die chinesische Regierung bemüht sich seit Monaten mit gezielten Maßnahmen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Doch Analysten zufolge müsste wohl noch viel mehr getan werden. Insbesondere im hoch verschuldeten Immobiliensektor drohen sonst schwere Verwerfungen und ein Überspringen der Krise auf weitere Wirtschaftszweige.
L.Wyss--VB