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Konsortium um ehemaligen Kaufhof-Eigentümer will offenbar Galeria übernehmen
Die Entscheidung im Bieterkampf um die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ist einem Medienbericht zufolge gefallen. Ein Konsortium um den ehemaligen Kaufhof-Eigentümer Richard Baker soll die Kette übernehmen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern. Am Mittwoch ist eine Pressekonferenz am Hauptsitz von Galeria in Essen geplant, wie er mitteilte.
Das Konsortium besteht laut "Handelsblatt" aus dem US-Investor NRDC Equity Partners und dem Unternehmer Bernd Beetz. NRDC ist die Investmentgesellschaft von Richard Baker, dem auch die Mehrheit am kanadischen Warenhauskonzern Hudson's Bay Company (HBC) gehört. HBC hatte 2015 Kaufhof gekauft und 2018 mit Karstadt fusioniert. Im Juni 2019 übernahm Karstadt-Eigentümer Signa des österreichischen Unternehmers René Benko die Anteile von HBC.
Der 73-jährige Geschäftsmann Beetz war von 2018 bis 2019 Aufsichtsratschef von Kaufhof. Der Ex-Chef des Kosmetikkonzerns Coty ist aktuell Präsident des Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim.
Laut "Handelsblatt" informierte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Montagabend den Gläubigerausschuss. Die Verträge über den Kauf von Galeria seien noch nicht unterschrieben, zitierte das "Handelsblatt" Unternehmenskreise. Sie sollten demnach aber am Dienstag unterzeichnet werden. Die endgültige Entscheidung zu einer Übernahme trifft die Gläubigerversammlung, die Ende Mai in Essen zusammenkommt.
Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag eingereicht, Anfang April wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter Denkhaus verhandelte mit mehreren Interessenten über einen Verkauf - davon erhofft sich das Unternehmen einen Befreiungsschlag. Namen nannte Denkhaus nicht, nur, dass er zuletzt "final" mit zwei Bietern verhandelte. Beide verfügten über große Erfahrungen im deutschen Einzelhandel und auch über die für das anstehende Investment erforderlichen Mittel.
Es ist bereits das dritte Insolvenzverfahren für das Unternehmen. Galeria hatte ab 2020 während der Corona-Pandemie ein Insolvenzverfahren durchlaufen und Staatshilfe erhalten. 2022 benötigte es weitere Staatshilfen, 2023 folgte ein zweites Insolvenzverfahren. Infolge der Finanzprobleme des Eigentümers, des Signa-Konzerns, geriet Galeria erneut in Schieflage.
Die Kette betreibt in Deutschland derzeit 92 Kaufhäuser und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 15.000 Menschen. Medienberichten zufolge will kein Interessent alle Filialen weiter führen.
Auch der Wirtschaftswissenschaftler Martin Fassnacht sagte am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin", er gehe nicht davon aus, dass alle 92 Filialen weiterbetrieben würden. Es werde einen Arbeitsplatzabbau geben.
Interessant für Investoren seien vor allem die Immobilien, sagte Fassnacht. Allerdings seien viele der Galeria-Häuser "stark auf die Nutzung als Kaufhaus ausgerichtet". Das zu "zerschneiden", sei nicht ganz einfach.
G.Frei--VB