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"Tatort"-Studie: Der Manager und nicht der Gärtner ist der Mörder
Der Manager und nicht der Gärtner ist der Mörder: Eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der "Tatort"-Folgen der vergangenen sechs Jahre zeigt ein klares Täterprofil in der ARD-Serie. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" über die Auswertung berichtete, war 39 Mal ein Unternehmer, Manager oder Selbstständiger der Mörder. Danach folgten Berufskriminelle mit 28 Taten vor Polizisten mit 23 "Tatort"-Morden.
Der für die Auswertung verantwortliche Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft findet das Mördermuster der Fernsehserie bedenklich. Es werde ein "Zerrbild von Unternehmern gezeichnet, in dem Korruption, Egoismus, Geldgier und die permanente Suche nach dem eigenen Vorteil dominieren", kritisierte Hauptgeschäftsführer Christoph Ahlhaus in der "Zeit". Tatsächlich schaffe der Mittelstand auf eigenes Risiko Arbeitsplätze, und viele Unternehmer engagierten sich sozial.
Dem Bericht zufolge hatte vor sieben Jahren eine andere Untersuchung schon einmal ein ähnliches Ergebnis der im "Tatort" am meisten verbreiteten Berufsbilder unter den Mördern ergeben. Die ARD habe offenbar keine Veränderungen daraus abgeleitet.
In den untersuchten "Tatort"-Folgen standen Ehepartner mit 23 Morden an vierter Stelle. Erst weit hinten auf der Liste der ausgewerteten Folgen standen Berufskiller mit zwei Morden - noch hinter Schülern mit zehn, Rentnern und Medizinern mit je sieben, Juristen und Beamten mit je sechs, Studenten mit fünf sowie Lehrer und Soldaten mit je drei Morden.
Nur einen Mord schrieben die Drehbuchautoren ihrem eigenen Berufsstand zu, genau wie Pfarrern, Fernsehtalkmastern, Journalisten, Programmierern oder Arbeitslosen. Wer gar nicht in der Liste auftaucht, ist der Gärtner. Das vor mehr als 50 Jahren von Reinhard Mey besungene Klischee "Der Mörder ist immer der Gärtner" ist im "Tatort" offenbar ausgemerzt.
L.Maurer--VB