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Gewalttat in Kinderheim in Wunsiedel: Angeklagter gesteht Vergewaltigung von Mädchen
Zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Zehnjährigen in einer Jugendeinrichtung im bayerischen Wunsiedel hat vor dem Landgericht Hof der Prozess gegen einen Mann wegen Vergewaltigung begonnen. Der Angeklagte räumte am Donnerstag die Tatvorwürfe über seinen Verteidiger weitgehend ein, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Für die Tötung der Zehnjährigen wird ein Elfjähriger aus der Jugendeinrichtung verantwortlich gemacht. Der Junge ist wegen seines Alters strafunmündig.
Der zur Tatzeit 25-jährige Angeklagte soll in der Nacht zum 4. April über ein offenes Badezimmer in das Kinderheim eingedrungen sein, um dort zu stehlen. Zunächst sei er zufällig auf den Elfjährigen getroffen und habe sich vor dem Jungen befriedigt. Anschließend soll der Mann an dem zehnjährigen Mädchen mit den Händen sexuelle Handlungen vorgenommen haben, bevor er die Einrichtung wieder verließ.
Das Mädchen wurde später tot aufgefunden. Ursprünglich galt der Angeklagte als möglicherweise mitverdächtig wegen der Tötung der Zehnjährigen. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass es, nachdem er die Einrichtung verlassen hatte, zu einem Streit der beiden Kinder kam. In dessen Verlauf soll der Elfjährige das Mädchen dann getötet haben. Wegen seiner Strafunmündigkeit läuft kein Verfahren gegen den Jungen, er wurde durch die Behörden in gesicherte Obhut genommen.
Der Beschuldigte ist neben Vergewaltigung auch wegen Diebstahls und Brandstiftung angeklagt. Der aus dem Raum Wunsiedel stammende Mann soll zwischen Mai 2022 und April 2023 insgesamt fünf Einbrüche begangen und dabei Baumaschinen und Gegenstände im Wert von 16.330 Euro gestohlen haben. Dadurch entstanden Sachschäden von insgesamt mehr als 50.000 Euro. In einem Fall soll er zur Beseitigung von Spuren einen Brand gelegt haben.
Für den Prozess sind nach Angaben des Gerichts insgesamt 39 Zeugen geladen, darunter auch der elfjährige Junge, der bei den sexuellen Handlungen des Angeklagten an der Zehnjährigen anwesend gewesen sein soll. Geladen sind zudem drei Sachverständige. Für die Verhandlung wurden bislang acht weitere Termine bis zum 6. März angesetzt.
R.Kloeti--VB