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Neuseeland verbietet ewige Chemikalien in Kosmetika
Neuseeland hat angekündigt, als eines der ersten Länder weltweit PFAS-Chemikalien in kosmetischen Produkten zu verbieten. Die besonders langlebigen per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen sollen bis 2027 verboten werden, wie die Umweltbehörde in Wellington am Mittwoch mitteilte. Auch in der Europäischen Union wird an einem Verbot der rund 10.000 dieser Gruppe angehörigen Chemikalien gearbeitet.
PFAS-Stoffe kommen in einer breiten Palette an kosmetischen Produkten vor. Sie machen Nagellack, Rasierschaum, Foundation, Lippenstift und Wimperntusche haltbarer, streichfähiger und oftmals wasserfest. Allerdings sind sie so stabil, dass sie - wenn sie in die Umwelt gelangen - nur schwer abgebaut werden können, weshalb sie auch ewige Chemikalien genannt werden.
Auch im menschlichen Körper können sie sich anreichern und dort möglicherweise in Verbindung mit Krebs und Unfruchtbarkeit stehen. "Unsere Sorge ist, dass sie sich nicht abbauen, weder im Körper, noch in der Umwelt", begründete Shaun Presow von der neuseeländischen Umweltbehörde die Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Kosmetikindustrie hat bis Ende 2026 Zeit, die PFAS-Chemikalien aus ihren Produkten zu verbannen.
Deutschland setzt sich gemeinsam mit vier weiteren europäischen Ländern ebenfalls für ein weitreichendes Verbot der ewigen Chemikalien ein. Bereits im Januar ist ein Vorschlag bei der EU-Chemikalienagentur ECHA eingegangen. Die fünf Länder - neben Deutschland sind Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Schweden dabei - fordern eine gemeinsame EU-weite Regelung, damit Kontrollen effizient und einheitlich in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), zu dem Norwegen gehört, gestaltet werden können.
Die ECHA wertet den Vorschlag aus und gibt ihre Ergebnisse im Anschluss an die EU-Kommission weiter, die dann konkrete Regelungen herausarbeiten und den Mitgliedsstaaten vorlegen wird. Bis es zu einem Verbot kommt, dürfte es also noch einige Zeit dauern. Mit einer Umsetzung des Verbots in der EU wird frühestens 2026 gerechnet. Wirtschaftsverbände wehren sich dagegen.
D.Bachmann--VB