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Mehrtägiger Lokführer-Streik ab Mittwoch - Bahn kündigt Notfahrplan an
Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL zu einem mehrtägigen Streik ab Mittwoch aufgerufen. Die Beschäftigten sollen vom 10. Januar um 02.00 Uhr bis zum 12. Januar um 18.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Sonntag mitteilte. Im Güterverkehr bei DB Cargo beginne der Streik bereits Dienstag um 18.00 Uhr. Die Deutsche Bahn rechnet mit "massiven Auswirkungen" auf den Bahnbetrieb.
Neben der Deutschen Bahn werden nach GDL-Angaben auch die Unternehmen Transdev und City Bahn Chemnitz bestreikt.
Die GDL erklärte, die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn seien schon Ende November wegen "der Verweigerungshaltung" des Konzerns gescheitert, "Gespräche über legitime Kernforderungen" der Gewerkschaft zu führen". Die Bahn habe zudem einen von der Gewerkschaft ausgerufenen "Weihnachtsfrieden" nicht genutzt, "um mit einem verhandlungsfähigen Angebot Arbeitskampfmaßnahmen entgegenzuwirken". Ein am Freitag vorgelegtes neues Angebot der Bahn, über flexiblere Arbeitszeiten zu verhandeln, wies die GDL als "substanzloses und vergiftetes Angebot" zurück.
Die GDL streitet im aktuellen Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn für eine Absenkung der Wochenarbeitszeit für Beschäftigte im Schichtdienst von derzeit 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn lehnte Verhandlungen über kürzere Arbeitszeiten unter Verweis auf den Fachkräftemangel jedoch ab. Die GDL erklärte die Verhandlungen daraufhin für gescheitert.
Nach einem ersten Warnstreik im Dezember sprachen sich in einer Urabstimmung 97 Prozent der GDL-Mitglieder für härtere Arbeitskampfmaßnahmen aus - seitdem sind unbefristete Streiks möglich. Am Freitag, zwei Tage vor Ende des "Weihnachtsfriedens", hatte die Bahn der GDL dann angeboten, über flexiblere Arbeitszeiten zu verhandeln.
Wie DB-Personalvorstand Martin Seiler ankündigte, will die Bahn über zusätzliche "Wahlmodelle" für Schichtarbeitende verhandeln, sodass diese 35 oder auch 40 Stunden pro Woche arbeiten können. Damit sei die Bahn der GDL "bei ihrer Kernforderung zur Arbeitszeit einen großen Schritt entgegengekommen", erklärte Seiler.
Die GDL wies das neue Angebot aber als "unseriös" und "irreführend" zurück. Die Bahn habe bisher etwa keine konkreten Zahlen genannt. Die Gewerkschaft verweist zudem auf erfolgreiche Tarifabschlüsse mit den Bahnunternehmen Netinera und Go-Ahead, die unter anderem eine schrittweise Arbeitszeitabsenkung auf die 35-Stunden-Woche ohne Lohnkürzung für Schichtarbeitende ab 1. Januar 2025 vorsehen.
Diese Abschlüsse dienten der GDL nun als "Marktreferenz", würden von der DB aber "offensichtlich bewusst ignoriert", erklärte die Gewerkschaft. GDL-Chef Claus Weselsky will sich am Montag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main ausführlich äußern.
Die Bahn kritisierte den neuerlichen Streikaufruf der GDL scharf und kündigte an, umgehend Rechtsmittel einzulegen, um den Streik noch zu stoppen. Ein Eilantrag auf einstweilige Verfügung werde beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main eingereicht. Über die erwarteten "massiven Auswirkungen" des Streiks werde die Bahn "so schnell und umfassend wie möglich informieren".
Die Bahn bat Fahrgäste, "nach Möglichkeit ihre Reise zu verschieben". Für den Fernverkehr werde es einen Notfahrplan geben. Zudem würden "zahlreiche Kulanzregelungen" gelten. So könnten beispielsweise Fahrten vorgezogen oder nachgeholt werden. Auch die Zugbindung von Tickets werde aufgehoben.
Die DB forderte die GDL auf, den Streik abzusagen und stattdessen einen von der Bahn vorgeschlagenen Verhandlungstermin am Mittwoch in Berlin wahrzunehmen. "Lösungen kann es nur am Verhandlungstisch geben", erklärte Seiler.
F.Stadler--VB