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Indische Marine rettet Schiffsbesatzung nach Enterung im Arabischen Meer
Die indische Marine hat eigenen Angaben zufolge 21 Besatzungsmitglieder eines Frachtschiffs nach einer Enterung im Arabischen Meer gerettet. Wie die Marine am Freitag mitteilte, wurde die "MV Lila Norfolk" am Donnerstagabend zunächst von fünf oder sechs "bewaffneten Personen" gekapert; diese hätten aber nach einer Warnung "wahrscheinlich aufgegeben". Zuletzt hatte es wiederholt Angriffe auf Handelsschiffe in der Region gegeben.
Alle 21 Besatzungsmitglieder seien aus der Zitadelle des Schiffes evakuiert worden, hieß es weiter. Bei der Zitadelle handelt es sich um einen befestigten Bereich auf Handelsschiffen, der etwa bei Piratenangriffen als Zufluchtsort dient.
Wie die Marine weiter mitteilte, war das Kriegsschiff "INS Chennai", das die "MV Lila Norfolk" am Freitag abgefangen hatte, weiter im Einsatz, um die Stromversorgung und den Antrieb des Frachters wiederherzustellen. So solle der unter liberianischer Flagge fahrende 84.000-Tonnen-Frachter den nächsten Hafen ansteuern können.
Die indische Marine machte keine genauen Angaben zur Position des Schiffes. Zuletzt war es vor knapp einer Woche vor der ostafrikanischen Küste geortet worden. Sie äußerte sich auch nicht dazu, ob die Angreifer zu einem Zeitpunkt die Kontrolle über das Schiff hatten.
Im Dezember hatte Indien nach einer Angriffsserie auf Handelsschiffe die Verlegung von drei Kriegsschiffen und eines Aufklärungsflugzeugs in das Arabische Meer veranlasst. Im Dezember war der Chemietanker "Chem Pluto" etwa 370 Kilometer vor der Küste Indiens bei einem Drohnenangriff getroffen worden. Die US-Regierung hatte den Iran dafür verantwortlich gemacht, was die Führung in Teheran zurückwies.
Der neuerliche Vorfall im Arabischen Meer ereignete sich zu einem Zeitpunkt, da viele Containerschiffe den Weg durch das Rote Meer meiden. Dort haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas wiederholt Schiffe mit Drohnen und Raketen angegriffen.
C.Stoecklin--VB