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Wichtigste Immobilien-Tochter von Signa reicht Insolvenzantrag ein
Wenige Wochen nach der Insolvenz der Signa-Holding des österreichischen Unternehmers René Benko ist auch die wichtigste Immobilien-Tochter der Gruppe zahlungsunfähig. Die Signa Prime Selection AG stellte am Donnerstag beim Handelsgericht Wien den Antrag auf ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Sie ist im Besitz bekannter Immobilien, darunter das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Kaufhaus Oberpollinger in München.
Die Tochterfirma ist nach Unternehmensangaben "die größte Gesellschaft im Immobilienbereich von Signa". Sie ist demnach "auf die Investition und das langfristige Halten außergewöhnlicher Immobilien in besten Innenstadtlagen fokussiert". Der Wert der Objekte beläuft sich demnach auf 20,4 Milliarden Euro.
In Deutschland gehören auch das Carsch-Haus in Düsseldorf und Galeria-Häuser in München und Berlin zur Signa Prime Selection, daneben der noch unfertige Elbtower in Hamburg. Dazu kommen Immobilien in Österreich, vor allem in Wien. Für die Einzelhandelsgeschäfte in den Gebäuden sind andere Gesellschaften zuständig.
Ziel des Insolvenzantrags von Signa Prime Selection sei "die geordnete Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs im Rahmen der Eigenverwaltung und die nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens", teilte Signa in Wien mit. "Die Qualität des Signa Prime Portfolios ist hervorragend", erklärte der Chef der Firma, Erhard Grossnigg.
Signa kündigte an, dass auch eine weitere Tochter, die Signa Development Selection AG, am Freitag Antrag auf ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung stellen werde. Signa Development Selection investiert nach Unternehmensangaben in "Entwicklungsprojekte in Ballungszentren", etwa in Bürogebäude und Wohnanlagen, "zukunftsfähige" Einzelhandelsflächen oder Hotels. Die Bilanzsumme umfasst nach Unternehmensangaben 4,6 Milliarden Euro. Aufgelistet sind etwa das Projektgebiet Wolfsburg Connect und mehrere Bürogebäude in Berlin und Wien.
Die Signa Holding des österreichischen Unternehmers René Benko hatte Ende November Insolvenz angemeldet. Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen und hausgemachte Probleme hatten den Handels- und Immobilienkonzern in Schieflage gebracht. "Es ist bekannt, dass sich im Immobilienbereich in den vergangenen Monaten externe Faktoren negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt haben", betonte Signa auch am Donnerstag.
Zur Signa-Holding gehört in Deutschland auch die Warenhauskette Galeria mit 92 Filialen und rund 13.800 Beschäftigten. Zuständig dafür ist die Signa Retail Selection AG mit Sitz in der Schweiz. Sie hat bereits Antrag auf Gläubigerschutz gestellt und betreibt damit ein eigenes geordnetes Verfahren nach Schweizer Recht.
R.Flueckiger--VB