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Vergleichsportale: Festgeldzinsen sinken wieder - Bauzinsen stark gefallen
Nach eineinhalb Jahren steigender Raten sind die Zinsen für mittel- und langfristige Festgelder wieder gesunken. Auch beim Tagesgeld ist der Zinsanstieg nahezu zum Stillstand gekommen, wie eine Auswertung des Verbraucherportals Verivox ergab. Das Portal Check24 erklärte am Donnerstag, auch die Bauzinsen seien seit dem Jahreshöchststand Ende Oktober stark gefallen.
Verivox wertete die Konditionen von rund 800 Banken und Sparkassen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro aus. Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit bringen bei bundesweit aktiven Banken aktuell 3,35 Zinsen ein - Anfang November seien es noch 3,39 Prozent gewesen, so das Portal. Die Zinsen fünfjähriger Termingelder seien in dem Zeitraum von 3,21 Prozent auf 3,15 Prozent gesunken.
Die Sätze lägen aber im historischen Maßstab "noch auf einem sehr hohen Niveau", betonte Verivox. Sparer könnten sich die Zinsen für einen langen Zeitraum sichern. Sowohl bei fünf- als auch bei den zehnjährigen Termingeldern böten einige deutsche Banken aktuell noch Zinsen jenseits der Vier-Prozent-Marke. Bei einer solchen Verzinsung falle der Kapitalzuwachs durch Zinsen aktuell "ein gutes Stück höher aus als der Wertverlust durch die laufende Teuerung". Bei einer Festgeldanlage ist der Zugriff aus Ersparte aber gesperrt.
Check24 ermittelte, dass die bestmöglichen Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen aktuell bei 3,12 Prozent effektiv pro Jahr liegen. Das seien etwa 0,73 Prozentpunkte weniger als im Oktober. "Immobilienkäufer*innen zahlen somit 19 Prozent weniger Zinsen als vor zwei Monaten", so das Portal.
Die Europäische Zentralbank hatte im Juli 2022 begonnen, mit zehn Zinserhöhungen in Folge die hohe Inflation zu bekämpfen. Bei der vergangenen Sitzung im Oktober legten sie erstmals eine Pause ein und ließen die Zinssätze unverändert. Auch von der Sitzung am Donnerstag wird keine Veränderung erwartet.
Oliver Maier von Verivox erklärte, niedrigere Zinsen für Anlagen mit längeren Laufzeiten seien selten und ein Indiz dafür, dass ein Großteil der Banken perspektivisch schon seit geraumer Zeit mit sinkenden Zinsen rechne. Die Teuerungsrate im Euroraum sei zuletzt wesentlich schneller als von vielen Experten erwartet gesunken. Eine niedrigere Inflation könnte die Notenbank veranlassen, ihre Leitzinsen früher als bislang geplant zu senken. "Das berücksichtigen die Banken in der Ausgestaltung ihrer Festgeldkonditionen."
Auch Ingo Foitzik von Check24 erklärte, die Banken preisten bereits mögliche Zinssenkungen der Notenbanken im kommenden Jahr ein. Gleichzeitig seien auch die Immobilienpreise 15 bis 20 Prozent günstiger als in den vergangenen Jahren. "Immobilienkäufer*innen können diese Kombination nutzen und reduzierte Objekte deutlich günstiger finanzieren", riet er.
U.Maertens--VB