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Studie: Personalknappheit im Pflegebereich dürfte in Zukunft weiter zunehmen
Eine alternde Gesellschaft und gleichzeitig zu wenig Pfleger: Die Personalknappheit im Pflegebereich dürfte in Zukunft weiter zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die am Montag vorgestellte Studie "Pflegeheim Rating Report 2024" des Essener RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. In der ambulanten und stationären Pflege kamen zwischen 1999 und 2021 zwar 427.000 zusätzliche Vollzeitkräfte hinzu, so dass 2021 insgesamt 1.257.000 Kräfte beschäftigt waren - unter ihnen 341.000 Pflegefachkräfte. Laut Studie sind dies aber nicht genug - bis zum Jahr 2040 könnten mehrere hunderttausend Pflegekräfte fehlen.
Der Bedarf könne derzeit am Arbeitsmarkt nicht vollständig gedeckt werden, weshalb ein zunehmender Mangel an Pflegefachkräften bestehe, schreiben die RWI-Forschenden. Dieser Mangel dürfte aufgrund einer immer älter werdenden Gesellschaft in Zukunft noch weiter zunehmen.
Die Studienautoren gehen bei konstanten Pflegequoten von bis zu 5,7 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland 2030 aus. Bis 2040 könnten es sogar 6,4 Millionen sein. Das wäre gegenüber 2021 ein Anstieg um 14 beziehungsweise 28 Prozent. Laut RWI hätte allein diese Fortschreibung des Status quo einen zusätzlichen Bedarf von 322.000 stationären Pflegeplätzen bis zum Jahr 2040 zur Folge.
Um die steigende Zahl an Bedürftigen zu versorgen, ist erheblich mehr Personal nötig. Bis 2040 rechnen die Forschenden mit einem Bedarf an insgesamt 163.000 bis 380.000 zusätzlichen Vollzeitkräften in der stationären und mit 97.000 bis 183.000 in der ambulanten Pflege. Auf Pflegefachkräfte entfällt davon ein zusätzlicher Bedarf zwischen 124.000 und 210.000 in der stationären und ambulanten Pflege.
"Die Gesellschaft wird weiter altern", erklärte RWI-Pflegeexpertin Dörte Heger zu den Studienergebnissen. "Um die damit verbundene steigende Zahl der Pflegebedürftigen adäquat versorgen zu können, braucht die deutsche Pflegebranche in den nächsten Jahren zusätzliches Personal und Kapital." Es gelte, Pflegeberufe attraktiver zu machen und so die Personalknappheit zu überwinden.
Den Wissenschaftler zufolge könnte dies zum einen durch höhere Löhne geschehen. Zum anderen spielen auch weiche Faktoren eine wesentliche Rolle: unter anderem eine gute Führungskultur, gesellschaftliches Ansehen des Berufs, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Karrieremöglichkeiten. Darüber hinaus könnte auch die Zuwanderung qualifizierter Pflegerinnen und Pfleger den Fachkräftemangel lindern.
Das RWI hat für seine Studie 465 Jahresabschlüsse von 1844 Pflegeheimen - entspricht rund 25 Prozent des stationären Pflegemarktes - aus den Jahren 2014 bis 2021 analysiert.
F.Fehr--VB