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Kühnert fordert in Rentendebatte von Unternehmen Abkehr vom "Jugendwahn"
In der neu aufgeflammten Renten-Debatte hat SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert die Unternehmen zu einer Abkehr vom "Jugendwahn" aufgerufen. Oft würden ältere Menschen nach einem Arbeitsplatzverlust keinen neuen Job mehr finden, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Samstagsausgaben). Da müssten die Unternehmen umdenken: "Jugendwahn können wir uns nicht mehr leisten."
Es liege auch oft an der Attraktivität der Jobs und der Arbeitsverhältnisse, dass sich viele Arbeitnehmer für den Frühruhestand entschieden, sagte Kühnert. Die Arbeitgeber müssten sich fragen, warum das so sei. "Wenn jemand sagt, ich habe die Schnauze von meinem Job voll und gehe lieber mit Abzügen in Rente, dann sollte doch jeder Arbeitgeber Interesse an der Frage haben: Warum hast du eigentlich die Schnauze voll?"
Zugleich erteilte Kühnert wie zuvor schon Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einem höheren Renteneintrittsalter eine Absage. "Es geht nicht um eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit." Vielmehr gehe es "um die Leute, die gerne noch arbeiten würden, aber bei denen äußere Umstände dafür sorgen, dass das nicht funktioniert".
Bereits eine Beschäftigungsquote von 70 Prozent bei den Über-60-Jährigen "wäre schon eine tolle Sache", sagte Kühnert. Derzeit liege sie nur bei 60 Prozent. Würde sie entsprechend steigen, dann würde das "hunderttausende Arbeitskräfte mehr bedeuten."
W.Lapointe--BTB