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Fast fünf Prozent weniger Baugenehmigungen von Januar bis Oktober
Steigende Materialpreise und steigende Hypothekenzinsen lassen den Wohnungsbau immer stärker einbrechen. Im Oktober lag die Zahl der Baugenehmigungen 14,2 Prozent unter der des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. In den zehn Monaten von Januar bis Oktober betrug der Rückgang 4,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Besonders stark gingen die Genehmigungen für Einfamilienhäuser zurück.
Bewilligt von Januar bis Oktober wurde der Bau von 297.453 Wohnungen, das waren 14.564 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Statistiker mitteilten. Die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser gingen um fast 16 Prozent auf 66.925 zurück. Ein Grund dafür ist auch das Auslaufen des Baukindergelds im vergangenen Jahr - die Förderung gab es nur für diejenigen, die bis Ende März eine Baugenehmigung hatten. Entsprechend hoch war die Anzahl der bewilligten Anträge in den ersten Monaten 2021.
Bei den Mehrfamilienhäusern dagegen stieg die Zahl der Genehmigungen leicht. Von Januar bis Oktober wurden 158.786 Wohnungen genehmigt, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen, darunter 100.000 Sozialwohnungen. Dieses Ziel wird in diesem Jahr deutlich verfehlt und wohl auch im kommenden Jahr. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sagte kürzlich, "auf viele Sachen hat man in der Tat wenig Einfluss". Sie verwies auf Inflation und Fachkräftemangel am Bau.
Für das neue Jahr hat die Ministerin eine umfangreiche Novelle des Baugesetzbuches angekündigt, um Genehmigung und Planung von Wohnungen zu beschleunigen. Den sozialen Wohnungsbau will Geywitz durch die vorgesehene Erhöhung der Bundeszuschüsse an die Länder und eine Änderung der Gemeinnützigkeitsregel ankurbeln.
S.Keller--BTB