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Autoverband VDA kritisiert EU-Vorschläge scharf: "Lippenbekenntnis"
Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Abschwächung der Abgasvorgaben ab 2035 scharf kritisiert. Die von der EU "richtigerweise anerkannte Technologieoffenheit muss mehr als ein Lippenbekenntnis sein", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Dienstag in Berlin. "Das ist hier leider nicht der Fall." Was nach mehr Offenheit aussehe, sei "mit so vielfältigen Hürden versehen, dass es droht, in der Praxis wirkungslos zu bleiben".
In Zeiten zunehmenden internationalen Wettbewerbs, sei das Gesamtpaket der Kommission für eine Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus "fatal", urteilte Müller. Für den Automobilstandort Europa, für Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung sei "heute kein guter Tag".
Die VDA-Präsidentin kritisierte, die EU wolle neue Anforderungen an die Autoindustrie stellen, sie nannte grünen Stahl und erneuerbare Kraftstoffe. Dies seien Anforderungen, "bei denen die Verfügbarkeiten nicht in unserer Macht liegen". Die Industrie sei also auf Entwicklungen angewiesen, die sie nicht beeinflussen könne.
Die Kommission habe - statt pragmatische Anpassungen und Flexibilisierungen an der CO2-Flottenregulierung - vor allem "neue Nachweis- und Berichtspflichten, Verschiebungen und Adaptionen vorgenommen". Diese würden "weder den Realitäten Rechnung tragen, noch die dringend benötigten Kurskorrekturen beinhalten".
Müller rief Parlament und Mitgliedstaaten auf, den Vorschlag der Kommission in den anstehenden Verhandlungen "entscheidend zu verändern". Die beabsichtigte technologische Öffnung müsse im weiteren Verfahren "auch tatsächlich praktisch ermöglicht werden".
H.Gerber--VB