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Polizeistation in Hitlers Geburtshaus in Braunau eröffnet - umstrittenes Projekt
Im Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn ist am Mittwoch eine neue Polizeistation eröffnet worden. Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sagte, dass Braunau Hitlers Geburtsort ist, sei ein "Zufall der Geschichte". Dennoch sei es notwendig, Verantwortung zu übernehmen.
Die Republik Österreich habe es sich nicht einfach gemacht, eine Lösung für die Nutzung des Gebäudes zu finden, sagte Karner weiter. Dabei erinnerte er an die Arbeit von Kommissionen, die verschiedene Optionen geprüft hätten. Am Ende sei empfohlen worden, das Gebäude so tiefgreifend umzugestallten, dass ihm "der Wiedererkennungswert und die Symbolkraft dauerhaft entzogen werden" - dies sei gelungen. Karner sagte, die heutige österreichische Polizei sei das genaue Gegenteil der Symbolik, die dem Hitler-Geburtshaus anhaften.
Das Haus, in dem die Eltern von Hitler mit ihrem Sohn nach dessen Geburt am 20. April 1889 einige Monate lebten, befindet sich seit 2017 im Besitz des Staates Österreich und wurde seit 2023 umfassend für rund 20 Millionen Euro umgebaut. Österreich will das Haus nun langfristig in den regulären Verwaltungs- und Sicherheitsbetrieb des Landes integrieren.
Eine Kommission hatte sich zuvor mit möglichen Nutzungsoptionen befasst - ein Abriss des Gebäudes wurde dabei als Möglichkeit verworfen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten immer wieder Rechtsextreme und Neonazis Hitlers Geburtshaus aufgesucht, dabei kam es zu wiederholten Zwischenfällen. Die Regierung in Wien hofft, dass das Haus nun seine Anziehungskraft als "Wallfahrtsort" für Neonazis verliert.
Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher sagte, für seine Stadt sei die Eröffnung der Polizeistation ein "sehr bedeutsamer Tag". Mit der Enteignung des Gebäudes von der Vorbesitzerin habe eine Planung für die Weiternutzung begonnen, die nun mit der Eröffnung des Polizeizentrums abgeschlossen sei. Es habe sehr unterschiedliche Sichtweisen gegeben, wie das Geburtshaus zu nutzen sei. Eine Lösung zu finden sei nicht einfach gewesen. Seine Stadt stelle sich aber dem historischen Faktum, Hitlers Geburtsstadt zu sein und übernehme dafür Verantwortung.
In dem Gebäude sollen etwa 40 Polizeibeamte dauerhaft stationiert sein. Außerdem sollen in dem Gebäude auch Schulungen von Polizisten stattfinden. Der oberösterreichische Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sagte, die Schulungen richteten sich auch an Polizisten aus dem benachbarten Bayern oder an Polizisten aus Baden-Württemberg. Die Polizeistation in Braunau werde ein "internationales Flair" bekommen.
S.Leonhard--VB