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Artemis-2-Astronauten nach Rekord auf dem Rückweg zur Erde
Nach ihrem historischen Flug rund um den Mond sind die vier Astronauten der Nasa-Mission Artemis 2 auf dem Rückweg zur Erde. Nachdem die Raumfahrer am Montag mit 406.778 Kilometern Entfernung zur Erde einen neuen Rekord aufgestellt hatten und hinter dem Mond vorbeigeflogen waren, schwenkte ihre Orion-Kapsel in der Nacht zum Dienstag auf eine Rückkehrbahn zur Erde.
Im Gepäck haben die Astronauten unvergessliche Erinnerungen, Wissenschaftler hoffen zudem auf wichtige Erkenntnisse. Fast sieben Stunden lang verfolgten die Raumfahrer von den Fenstern ihrer Raumkapsel aus, wie die Mondlandschaft an ihnen vorüberzog. Detailliert beschrieben sie den Wissenschaftlern in der Nasa-Bodenstation Details der Mondoberfläche, zudem wurden sie Zeuge mehrerer Lichtblitze durch Meteoriteneinschläge auf dem Erdtrabanten.
"Ich kann gar nicht genug betonen, wie viele wissenschaftliche Erkenntnisse wir bereits erlangt haben", sagte die leitende Wissenschaftlerin der Artemis-2-Mission, Kelsey Young, über Funk zu den Astronauten. "Ihr habt uns den Mond heute wirklich nähergebracht, und wir können euch gar nicht genug danken." US-Präsident Donald Trump lobte die Raumfahrer als "Pioniere der Moderne", die "die ganze Welt inspiriert haben".
Die vier Astronauten Jeremy Hansen, Christina Koch, Reid Wiseman und Victor Glover verbrachten den Tag damit, Details der Struktur der Mondoberfläche zu beobachten. Später erlebten sie eine Sonnenfinsternis, als der Mond vor der Sonne vorbeizog. Glover äußerte sich beeindruckt: "Es ist wirklich schwer zu beschreiben", sagte er. "Es ist überwältigend."
Nach ihren wissenschaftlichen Erhebungen war der Tag für die Astronauten jedoch noch nicht vorbei. US-Präsident Trump rief sie an und gratulierte zu der Mission. Sie hätten "ganz Amerika wirklich stolz gemacht, unglaublich stolz", sagte er den Raumfahrern und lud sie ins Weiße Haus ein.
Zuvor war beim Vorbeiflug auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes der Kontakt der vier Astronauten zur US-Weltraumbehörde Nasa wie erwartet für rund 40 Minuten unterbrochen. "Wir werden uns immer für die Erde entscheiden, wir werden uns immer füreinander entscheiden", sagte Koch nach der Wiederherstellung der Verbindung.
Nur Stunden zuvor hatten die vier Astronauten der Mondmission einen Rekord aufgestellt: Mit 406.778 Kilometern entfernten sie sich so weit von der Erde wie noch nie ein Mensch zuvor. Den bisherigen Rekord von 400.171 Kilometern Entfernung zur Erde hatte die Apollo-13-Mission im Jahr 1970 aufgestellt.
Einen emotionalen Moment gab es im Laufe der Mondumrundung ebenfalls: Die vier Astronauten benannten einen Mondkrater nach Carroll Taylor Wiseman, der verstorbenen Ehefrau von Missions-Kommandant Wiseman. "Es ist ein heller Punkt auf dem Mond", sagte der kanadische Astronaut Hansen mit brechender Stimme bei der Live-Übertragung. "Und wir würden ihn gerne Carroll nennen." Zu bestimmten Zeitpunkten des Mondtransits sei der Krater von der Erde aus zu sehen.
Dem Nasa-Astronauten Wiseman kamen die Tränen, wie auch seinen Mitreisenden. Alle vier Astronauten umarmten sich, während im Kontrollzentrum in Houston eine Schweigeminute abgehalten wurde. Carroll Taylor Wiseman war 2020 an Krebs gestorben, ihr Witwer zieht die beiden Töchter seitdem allein groß.
Der etwa viertägige Rückflug der Orion-Kapsel zur Erde erfolgt über eine sogenannte freie Rückkehrbahn. Dabei wird das Raumschiff allein durch die Mondschwerkraft und ohne zusätzlichen Antrieb wieder auf Kurs zur Erde gebracht.
Vom Nasa-Kontrollzentrum aus verfolgte die kanadische Astronautin Jenni Gibbons die Mission, die gemeinsam mit den vier Artemis-2-Astronauten für den Einsatz trainiert hatte, um im Notfall einspringen zu können. Die Aufregung im Kontrollraum während des siebenstündigen Mond-Vorbeiflugs sei "enorm" gewesen, beschrieb sie der Nachrichtenagentur AFP: "Die Leute hatten Tränen in den Augen, sie waren dankbar, sie haben gelacht, sich umarmt - es war einfach einer der schönsten Augenblicke meiner Karriere."
Die Artemis-2-Crew habe Beschreibungen von noch nie beobachtetem Mondgelände geliefert, sagte Gibbons. Manche dieser Regionen seien zwar schon aus der Ferne gesichtet worden, "aber dies war das erste Mal, dass die empfindlichsten Kameras der Welt - menschliche Augen - diese je betrachten konnten".
Die vier Astronauten waren am Mittwoch (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida zu ihrer historischen Reise gestartet. Artemis 2 ist die erste bemannte Mission in Richtung Mond seit mehr als 50 Jahren.
Für das Jahr 2028 strebt die Nasa dann erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder eine Mondlandung an. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet, danach wurde das kostspielige Programm eingestellt. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung.
H.Weber--VB