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Artemis-2-Mission in entscheidender Phase vor Mond-Umrundung
Auf ihrer historischen Reise zum Mond hat die Crew der Artemis-2-Mission den nächsten wichtigen Meilenstein absolviert: Die Astronauten seien am Montag um 06.42 Uhr MESZ in den "Mond-Einflussbereich" eingetreten, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Damit wirkt sich die Anziehungskraft des Mondes nun stärker auf die Orion-Raumkapsel aus als die der Erde. Als nächstes steht der wichtigste Teil der Mission an: die Umrundung des Mondes.
Beim Eintritt in den Mond-Einflussbereich waren die Astronauten etwa 63.000 Kilometer vom Mond und 374.000 Kilometer von der Erde entfernt, wie die Nasa in einem Live-Stream mitteilte. Es war der Beginn der letzten Etappe vor der eigentlichen Umrundung des Mondes. Diese sollte am Montag um 20.45 Uhr MESZ beginnen und sechs Stunden dauern, wie die Nasa auf ihrer Website mitteilte.
Die zehntägige Artemis-2-Mission ist der erste bemannte Flug Richtung Mond seit der Landung von Apollo 17 im Jahr 1972. Die Orion-Raumkapsel soll dabei den Mond umrunden, aber nicht auf ihm landen. Wenn alles planmäßig läuft, stellen die vier Astronauten Jeremy Hansen, Christina Koch, Reid Wiseman und Victor Glover bei der Umkreisung des Erdtrabanten einen neuen Rekord auf, indem sie sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor.
Am Sonntag hatten die Astronauten den Mond aus einer Perspektive gesehen, wie sie nie zuvor ein Mensch auf den Erdtrabanten hatte. Dies berichteten die Crew-Mitglieder per Video, als ihr Raumschiff etwa zwei Drittel der Reise Richtung Mond zurückgelegt hatte. Die Nasa veröffentlichte ein von den Astronauten gemachtes Foto, auf dem das sogenannte Orientale-Becken des Mondes zu sehen ist.
"Diese Mission markiert das erste Mal, dass das gesamte Becken mit bloßem Auge sichtbar ist", erklärte die US-Raumfahrtbehörde. Der Orientale-Krater wird auch als "Grand Canyon" des Mondes bezeichnet. "Es ist ein ganz besonderes Kratergebiet, und bis heute hatte es tatsächlich noch kein Mensch gesehen", sagte die US-Astronautin Koch in einer Sendung für Kinder in Kanada.
Am Samstag hatten die Astronauten bereits von einem fantastischen Blick nicht nur auf den Erdtrabanten, sondern auch auf die Erde berichtet. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt, wie die Nasa den Crewmitgliedern am Samstag gegen 06.00 Uhr MESZ mitteilte. Die Raumkapsel war zu diesem Zeitpunkt mehr als 219.000 Kilometer von der Erde entfernt.
Die Astronautin Koch sagte während einer Live-Übertragung der Nasa: "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick". Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sagte am Samstag bei einem Video-Anruf der kanadischen Raumfahrtbehörde (CSA), er habe von Bord der Orion aus "außergewöhnliche Dinge" gesehen. "Als wir ein kleines Nickerchen gemacht hatten und wieder aufwachten, war die Erde schon so weit weg." In der Nacht zum Freitag hatte die Kapsel die Erdumlaufbahn verlassen.
Eine Landung auf dem Mond strebt die Nasa für das Jahr 2028 mit der Mission Artemis 4 an. Artemis 2 soll nun dafür die Voraussetzungen schaffen. Nasa-Direktor Jared Isaacman sagte dem US-Sender CNN, aus der nun anstehenden Umrundung des Mondes würden bedeutsame Informationen auch über das genutzte Raumfahrzeug erlangt werden, um die nachfolgenden Missionen Artemis 3 im Jahr 2027 und Artemis 4 vorzubereiten. Die Astronauten sollen auch erstmals spezielle Raumanzüge testen, die die Besatzungsmitglieder bei Starts und Landungen oder im Notfall schützen sollen. Mit einem der orangefarbenen Anzüge kann ein Mensch etwa mit Luft zum Atmen für bis zu sechs Tage versorgt werden.
Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung. Artemis 2 ist der erste Flug Richtung Mond, an dem eine Frau, ein Schwarzer und ein nicht aus den USA stammender Astronaut teilnehmen.
J.Sauter--VB